Weltpolitik

Zwei auf Augenhöhe

In keinem anderen Land wäre seine Geschichte auch nur möglich, sagte Barack Obama in einer Rede im Jahr 2004. Sohn eines aus Kenia stammenden Vaters und einer weißen Mutter mit europäischen Vorfahren, geboren in Hawaii, aufgewachsen in Indonesien, dann Studium in den USA, Rechtsanwalt, Senator - und, was damals niemand wissen konnte, schließlich sogar Präsident. Amerika, Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Doch da ist noch Michelle, geborene Robinson, die der 27-jährige Barack in Harvard kennenlernte. Später arbeitete er als Praktikant bei ihr - Michelle war bereits Anwältin in einer Kanzlei, als er sein Studium abschloss. Sie war seine Mentorin, sie wurden Freunde, Partner, Liebende. In einem Interview beschrieb er, wie die Spannung zwischen völliger Vertrautheit und totalem Rätsel etwas Starkes schafft. Dann nämlich bleibt, "auch wenn du ein Leben auf Basis von Vertrauen, Trost und gegenseitiger Unterstützung aufbaust, ein Hauch von Überraschung oder Wunder" in der Beziehung. Worauf der US-Kommentator Roger Cohen meinte: "Amerika wird nun beinahe schon acht Jahre von einem glücklichen, geerdeten Mann regiert, der weiß, wie man eine Frau liebt." Recht hat er.

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