Weltpolitik

Zwei US-Bürger in Kabul von Angreifer in Uniform getötet

Ein US-Zivilist und ein US-Soldat sind am Mittwoch in Afghanistan von einem Angreifer in Uniform getötet worden. Bei dem Angriff nahe einer NATO-Basis in der Hauptstadt Kabul seien drei weitere US-Bürger verletzt worden, teilte das westliche Militärbündnis NATO mit. Der Angreifer wurde ebenfalls getötet. Seine Motive blieben unklar. Zunächst bekannte sich niemand zu der Attacke.

Einem Sprecher des afghanischen Verteidigungsministeriums zufolge trug der Angreifer eine Militäruniform. Er deutete damit an, dass es sich um eine sogenannte Insider-Attacke handeln könnte. Der Begriff beschreibt Taten von Angreifern in afghanischen Armee- oder Polizeiuniformen auf afghanische oder ausländische Sicherheitskräfte. Solche Angriffe hatten in den vergangenen Jahren viel Misstrauen verursacht. Die Fallzahlen sind aber zuletzt gesunken.

Die Vereinten Nationen beklagten am Mittwoch die anhaltend hohe Zahl von zivilen Opfern bei Gefechten in Afghanistan. 2.562 getötete sowie 5.835 verletzte Zivilisten in den ersten neun Monaten des Jahres bedeuteten zwar einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, hieß es in einem UN-Bericht. Allerdings war 2015 auch das Jahr mit einer Rekordzahl ziviler Opfer in Afghanistan.

Die Vereinten Nationen machten die Taliban für rund 60 Prozent aller zivilen Opfer verantwortlich. Die Organisation kritisierte, dass die Zahl der von Regierungskräften getöteten oder verletzten Zivilisten in den ersten drei Quartalen 2016 um mehr als 40 Prozent gestiegen sei. Zudem verzeichneten die Vereinten Nationen wie schon im Vorjahr eine Zunahme von Angriffen, die direkt auf die Zivilbevölkerung in Dörfern und Städten zielten.

Quelle: Apa/Ag.

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