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Immer radnarrisch: Für Peter Stankovic gibt es kein Leben ohne Rennrad

Kriterium Teil2): Peter Stankovic liebt das Radfahren. Also schaut er, dass auch andere etwas davon haben. Zum Beispiel organisiert er das Abendkriterium in Bischofshofen - heuer zum neunten Mal.

Alles dreht sich schnell, wenn Peter Stankovic vom Rennradfahren redet. Dabei der Pongauer ja Fußball. Lange ist das her. "Und der Ball war mein ja mein größter Feind,", sagt er lächelnd. Für Radfans war das ein Glück. Denn weil der Ball nicht sein Freund wurde, schloss er das Rennrad in sein Herz. Und weil er ohnehin gute Anlagen für den Ausdauersport mitbrachte, lief das gleich gut, Das war vor gut 40 Jahren. Da packte ihn "dieser Bazillus". Und der Bazillus und Stankovic ließen sich gegenseitig nicht mehr los. Das Schöne auf dem Rad? "Dass man das Tempo immer selbst bestimmt", sagt er. Man kommt immer an. Man hat kaum Ballast dabei. Es geht flott. Jedenfalls so flott, wie man kann. Stankovic fährt viel und irgendwann begann er auch zu organisieren.

Abendkriterium in Bischofshofen

Zum neunten Mal stellt der 63-Jährige heuer das Abendkriterium in Bischofshofen (Donnerstag, 28. Juli, ab 16 Uhr) auf die Beine. Raserei in engen Gässchen, ein paar der besten österreichischen Profis, ein paar Nachwuchshoffnungen, viel lokale Talente kommen da alle zwei Jahre in den Pongau. Und weil keine großen Antrittsprämien gezahlt werden können, kommen die meisten aus persönlicher Verbundenheit. Sie kennen Stankovic oft seit dem Moment, an dem sie zum ersten Mal bei einem wichtigen Rennen gestartet waren. Bernhard Kohl war auch so einer. Aber wegen ihm wollte Stankovic dann nicht mehr - jedenfalls für kurze Zeit.

Doping - eine Stich ins Radfahrerherz

Der Stich in sein Radfahrerherz kam mit dem Dopingfall Kohl. Im Oktober 2008 wurde bekannt, dass er gedopt hatte. Dass Stankovic überlegte, alles hinzuschmeißen, lag nicht in erster Linie am Doping. "Man weiß, dass das manche machen", sagt Stankovic. Er lehnt das ab, "aber es passiert". Was ihn aber aufregt, sei die "ganze Lügerei, wenn"s einen erwischt". Wen er davon spricht, wie sich Bernhard Kohl versuchte sich herauszuwinden und Ausflüchte erfand und nichts bemerkt haben will, dann schwingt im Ärger auch ein Art Kränkung mit. lassen konnte er's dann doch nicht. Seither ist Bischofshofen alle zwei Jahre Kriteriumsort, Treffpunkt für (Häuser-)Schluchtensprinter.

Ohne Typen vom Schlag Stankovics passierten viele Dinge einfach nicht. Kleiner Teil ist er auch bei der Österreich-Radrundfahrt. Heuer war er dort zuständig, dass Bahnübergänge und andere beschrankte Kreuzungen rechtzeitig geschlossen werden. Seit wann er bei der Rundfahrt als Helfer mitmacht, weiß er nicht mehr genau. "Seit… ich weiß gar nicht genau, so 20 Jahre wahrscheinlich", sagt er. Wer in Leidenschaft lebt, für den zählt die Erinnerung an Zahlen nichts.

Erinnerung ist immer eine Ereignis

gn ist Es sind eher Ereignisse, die man wachrufen kann. Daran, als "die Leute noch sagten, ich soll lieber arbeiten statt untertags mit dem Rad zu fahren". Dabei hatte Stankovic fürs Training gut erwischt. Tischler hatte er gelernt und war bei der ÖBB angestellt. Schichtdienst. "Da ging sich auch am Tag was aus, nicht nur wenn es dämmrig wurde", sagt er. Oder die Erinnerung an die Triathlon-Europameisterschaft. 1984 war das. Es war überhaupt die erste Europameisterschaft in dieser Sportart und Stankovic wurde mit dem österreichischen Team gleich Dritter. Aber Schwimmen und Laufen blieben nicht. Das Rennrad aber begleitet ihn immer. Etwa vergangenes Wochenende. Da war er bei Rennen auf das Kitzbühler Horn wird vorne dabei in seiner Altersklasse. Aber auf dem Rad schaut man nicht zurück. Man schaut, was als nächstes kommt.

8. Abendkriterium Bischofshofen

Donnerstag, 28. Juli, ab 16 Uhr. Innenstadt

Bernhard Flieher ist Kulturredakteur der "Salzburger Nachrichten" und schreibt auch einen Radblog beim "Salzburger Fenster".

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