Chronik

1300 Rodler pro Jahr landen im Krankenhaus

So wie die FIS-Regeln für Skifahrer gibt es auch zehn Regeln für Rodler, die Unfälle vermeiden sollen. Experten fordern die Verwendung von Helmen.

Fast die Hälfte der Verletzten sind Kinder unter 14 Jahren. SN/lmz/eva-maria repolusk / eva trifft.
Fast die Hälfte der Verletzten sind Kinder unter 14 Jahren.

Am Dienstag ist es erneut zu einem schweren Rodelunfall gekommen. Eine 44-jährige Deutsche stürzte in Bramberg mit ihrer Rodel 20 Meter über eine Böschung und musste ins Spital geflogen werden. Laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) verletzen sich in Österreich im Jahr 1300 Rodler so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Davon sind 42 Prozent Kinder unter 14 Jahren. KFV-Experte Martin Pfanner sagt: "Beim Rodeln ist, wie bei anderen Sportarten auch, auf geeignete Ausrüstung zu achten. Ein kaum steuerbarer Plastikbob hat am Berg nichts verloren. Helm tragen sollte auch beim Rodeln selbstverständlich werden." Und: "Viele Hobbyrodler bremsen mit der Ferse, was nicht nur wenig effektiv ist, sondern auch eher zu Verletzungen im Bereich des Sprunggelenkes führt", so das KFV in einer Aussendung. "Um richtig zu bremsen, muss der Fuß im Sitzen mit der kompletten Fußsohle neben den Kufen auf die Rodelbahn aufgesetzt werden."

In Österreich gibt es rund 420 Rodelbahnen, mehr als 40 davon in Salzburg. Die 14 Kilometer lange Rodelstrecke vom Wildkogel nach Bramberg ist die längste im Alpenraum. Der Salzburger Rodelverbandspräsidenten Roland Kallan, selber erfolgreicher Naturbahnrodler und österreichischer Staatsmeister, sagt: "Für die Profis ist es selbstverständlich, dass sie nur topfit und mit optimaler Ausrüstung Sport betreiben. Aber auch Hobbyrodler sollten unbedingt einige Grundregeln beachten, die Bahn nicht unterschätzen, Rücksicht nehmen und stets kontrolliert fahren. Ganz wichtig wäre es auch, einen Helm aufzusetzen!"

Zehn Empfehlungen für den sicheren Rodelspaß

Das Österreichische Kuratorium für Alpine Sicherheit hat folgende zehn Empfehlungen für ein sicheres Verhalten auf der Rodelbahn formuliert:

1. Rücksicht nehmen: Gerade bei diesem Sport, wo schnell hohe Geschwindigkeiten erreicht werden, gilt es, stets den Überblick zu bewahren und andere Rodelbahnbenutzer im Blick zu behalten, um Kollisionen zu vermeiden.

2. Sperren und Hinweise beachten: Ist die Strecke freigegeben? Wie gestaltet sich der Verlauf der Abfahrt? Ist die Strecke präpariert? Diese Fragen sollten im Vorfeld eindeutig geklärt werden.

3. Richtige Ausrüstung: Festes Schuhwerk und warme Kleidung gehören zur Standardausrüstung. Mindestens genauso wichtig ist das Tragen eines Helms, um die Gefahr von Kopfverletzungen im Falle eines Sturzes zu minimieren. Das Kuratorium empfiehlt außerdem, lenkbare Untersätze, das heißt flexible Rodelrahmen und keine klassischen (starren) Bockrodeln oder Plastikbobs zu verwenden.

4. Rechts aufsteigen, rechts abfahren: Um Aufstieg und Abfahrt geordnet zu organisieren, wird das Aufsteigen am rechten Rand der Bahn - und zwar hintereinander - empfohlen. Selbiges gilt für die Abfahrt: Ins Tal wird am rechten Streckenrand geflitzt. Gequert wird die Bahn nur an übersichtlichen Stellen.

5. Kontrolliert fahren: Abgefahren wird auf Sicht und bei ausreichend Abstand zu anderen Rodlern. Geschwindigkeit und Fahrweise werden dem Können, der Verkehrsdichte und den Verhältnissen angepasst.

6. Auf sich aufmerksam machen: Unaufmerksame Personen auf der Strecke gilt es bei Kollisionsgefahr durch lautes Rufen auf sich aufmerksam zu machen. Am Gerät angebrachte Schellen/Glocken können dabei ebenfalls helfen. In der Dunkelheit sollte man eine Stirnlampe und/oder reflektierende Kleidung tragen.

7. Sichere Warteplätze: Wer mit anderen Rodlern unterwegs ist, wartet auf diese ausnahmslos an übersichtlichen und sicheren Warteplätzen. Solche Sammelpunkte kann man sich bereits im Vorfeld ausmachen. Enge und unübersichtliche Stellen sind dafür gänzlich ungeeignet.

8. Keine Skipisten nutzen: Schlittenfahren auf Skipisten ist nicht nur gefährlich, sondern auch verboten. Schlitten gefahren wird ausschließlich auf freigegeben Rodelbahnen.

9. Keine Hunde: Vierbeiner müssen während des Rodelvergnügens daheim bleiben. Zu groß ist die Gefahr von Kollisionen.

10. Kein Alkohol oder Medikamente: Suchtmittel beeinträchtigen die Reaktionsfähigkeit und verringern die richtige Gefahreneinschätzung.

Quelle: SN

Aufgerufen am 06.07.2020 um 02:26 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/1300-rodler-pro-jahr-landen-im-krankenhaus-82372060

Schöne Heimat

Frisch angesetzter Arnikaschnaps

Von Georg Ackerer
06. Juli 2020
... mit "Vorlauf" beim Schnapsbrennen

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