Chronik

18-Jähriger rammte schlafendem Mann Messer ins Gesicht: Er soll in eine Anstalt

Junger Salzburger war zur Tatzeit nicht zurechnungsfähig - Staatsanwaltschaft will seine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher.

Symbolbild.  SN/sn
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Es war eine massive Bluttat, zu der es in der Nacht auf den 7. September in einer Wohnung in der Stadt Salzburg gekommen war: Ein erst 18-jähriger Salzburger hatte damals dem bereits schlafenden 51-jährigen Wohnungsbesitzer ein Küchenmesser mit 20 Zentimeter Klingenlänge ins Gesicht gerammt. Das Opfer erlitt schwere Verletzungen - unter anderem eine Lähmung im Bereich des 7. Hirnnervs sowie eine Lymphabflussstörung im Bereich der rechten Wange.

Weil der arbeitslose Bursch zur Tatzeit aufgrund einer schweren Persönlichkeitsstörung nicht zurechnungsfähig war, hat die Staatsanwaltschaft jetzt einen Antrag auf seine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher gestellt. "Der Antrag ist bereits beim Landesgericht eingelangt. Zuständig ist ein Jugendgeschworenengericht unter Vorsitz von Richterin Bettina Maxones-Kurkowski. Prozesstermin gibt es aber noch keinen", betonte Landesgerichtssprecher Peter Egger auf SN-Anfrage.

Der 18-Jährige leidet laut neuropsychiatrischem Gutachten an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung und einer durch Alkohol- und Drogenmissbrauch bedingten Verhaltensstörung. Wäre der junge Salzburger zur Tatzeit zurechnungsfähig (und damit schuldfähig) gewesen, hätte ihn die Staatsanwaltschaft wegen versuchten Mordes angeklagt, erklärt Egger.

Den Ermittlungen zufolge wohnte der junge Täter damals gemeinsam mit dem 51-Jährigen in dessen kleiner Wohnung. Laut damaligem Polizeibericht seien die beiden am Tatabend in Streit geraten, dieser sei aber beigelegt worden und der 51-Jährige habe sich schlafen gelegt. Als dieser bereits schlief, schnappte sich der 18-Jährige den Ermittlungen zufolge das Küchenmesser und stach dem Opfer in die Wange. Danach flüchtete er. Die Polizei konnte ihn aber kurze Zeit später im Bahnhofsviertel festnehmen.

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