Chronik

18-Jähriger wegen zweifachen Mordversuchs im Lehener Park in Salzburg vor Gericht

Im Jänner eskalierte im Lehener Park ein Streit im Zusammenhang mit Drogengeschäften. Ein Nigerianer stach damals auf zwei Afghanen mit einem 32 Zentimeter langen Messer ein. Zum Prozessauftakt bestritt er jegliche Tötungsabsicht und zeigte sich nur zu (schwerer) Körperverletzung geständig.

Der Angeklagte bestreitet jegliche Tötungsabsicht.  SN/widmayer
Der Angeklagte bestreitet jegliche Tötungsabsicht.

Am Landesgericht Salzburg ist am Mittwoch ein zweitägiger Prozess gegen einen 18-Jährigen wegen des Vorwurfs des zweifachen Mordversuchs gestartet. Der Angeklagte, ein inzwischen 18-jähriger Nigerianer, soll am 8. Jänner 2022 im Lehener Park in der Stadt Salzburg zwei Afghanen mit einem Messer jeweils einen Bauchstich versetzt haben. Die beiden Männer im Alter von 24 Jahren wurden lebensbedrohlich verletzt. Hintergrund der Auseinandersetzung waren offenbar Drogengeschäfte.

Der Angeklagte war zur Tatzeit 17 Jahre alt. Er befindet sich in Untersuchungshaft und bekannte sich am Mittwoch der zweifachen Körperverletzung für schuldig. "Ich hatte nicht die Absicht zu töten", sagte der junge Erwachsene zur vorsitzenden Richterin des Geschworenengerichtes, Christina Bayrhammer. Laut Staatsanwalt Sebastian Wolfsteiner hat es der einschlägig vorbestrafte Angeklagte jedoch zumindest ernstlich für möglich gehalten, mit seinem Zustechen beide Männer zu töten. Sie erlitten schwere Darmverletzungen und mussten notoperiert werden.


Gürtel geschwungen: Angeklagter habe sich bedroht gefühlt

Der Angeklagte (Verteidigerin: RA Isabel Pinegger) vereinbarte an jenem Abend eine Aussprache mit einem 20-jährigen Afghanen. Es sollte ein Konflikt, der sich um Drogen drehte, geklärt werden. "Es ging um Geld", schilderte der 18-Jährige. Der Afghane fand sich im Park mit vier Landsmännern ein. Der Nigerianer nahm zwei Freunde mit und steckte ein rund 32 Zentimeter langes Messer in die Innentasche seiner Jacke. "Zum Schutz", erklärte er. Die scharfe Klinge war 19,3 Zentimeter lang.

Während der Aussprache soll es zu gegenseitigen Beschimpfungen gekommen sein. Er habe gehört, wie eine Flasche bricht, schilderte der Angeklagte. Dann habe er beobachtet, wie Männer auf ihn zugegangen seien. Einer habe einen Gürtel in der Hand geschwungen. Die ganze Situation habe er als bedrohlich empfunden. "Ich hatte Angst vor allen." Da habe er das Messer aus seiner Jacke gezogen.

Als die zwei späteren Opfer bis auf eine Entfernung von einem Meter auf ihn zugekommen seien, habe er angenommen, sie würden ihn einkreisen. In der Hand hätten sie aber nichts gehabt. Einer der beiden habe ihn aber provoziert. "Er sagte: 'Ich habe keine Angst vor dir, mit dem Messer machst du eh nichts'. Da habe ich auf sie eingestochen. Ich habe nicht nachgedacht." Hätte er das Messer weggelegt, wäre er mit Sicherheit geschlagen worden, meinte der Teenager.

Dem Staatsanwalt zufolge war nur der Beschuldigte bewaffnet. Im Ermittlungsverfahren habe er sich zunächst in Richtung Notwehr verteidigt. Schließlich habe er eingeräumt, mit Verletzungsvorsatz zugestochen, aber nur ein Opfer getroffen zu haben. "Ein Zeuge gibt an, dass er genau gesehen hat, wie er auf zwei Opfer eingestochen hat." Die Verteidigerin sagte vor Gericht, der Angeklagte sei zur zweifachen schweren Körperverletzung reumütig geständig. "Er wollte aber niemanden ermorden."

Ein Urteil wird für Donnerstag erwartet.

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