Chronik

20 Jahre nach der Katastrophe im Tauerntunnel: 5,6 Milliarden Euro flossen in die Sicherheit

Die Asfinag zieht Bilanz über die Tunnelsicherheitsoffensive. Mit 300 Millionen Euro wurde das meiste Geld in Salzburg investiert. Tauern- und Katschbergtunnel haben heute zwei Röhren. Der Lieferinger Tunnel wurde hochgerüstet.

Die Brandkatastrophe im Tauerntunnel 1999 hat den Ausschlag gegeben. Von da an wurde die Tunnelsicherheitsoffensive österreichweit gestartet. Nun, 20 Jahre später, ist diese fast abgeschlossen. Mehr als 5,6 Milliarden Euro hat die Asfinag in die Maßnahmen in 165 Tunnel gesteckt. Am meisten Geld wurde dabei in Salzburg investiert. Das Ziel sei es, die sichersten Tunnel in Europa und sogar weltweit zu betreiben, heißt es von der Asfinag.

Tauern- und Katschbergtunnel haben in dieser Zeit neue Röhren erhalten und sind seit April 2009 (Katschberg) und Juni 2011 in Vollbetrieb. Die bestehenden Röhren wurden erneuert. Auch der Tunnel Liefering (A1, Westautobahn bei Salzburg) wurde 2016 modernisiert. Die Asfinag hat ein akustisches Frühwarnsystem und eine Hochdruck-Sprühnebelanlage installiert. In Summe flossen 300 Millionen Euro in Salzburgs Tunnel.

Neu gebaut hat die Asfinag auch die zweite Röhre für den Gleinalmtunnel (A9 Phyrnautobahn) sowie die Tunnelkette Klaus, Bosruck, den Roppener Tunnel (A12, Inntalautobahn) und den Perjentunnel (S16 Arlberg Schnellstraße). Bis April 2019 mussten sämtliche Tunnel in Österreich mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als 20.000 Fahrzeugen pro Tag mit einer zweiten Tunnelröhre ausgestattet sein. Das schreibt die EU-Richtlinie vor, auf der das Straßentunnelsicherheitsgesetz in Österreich basiert. Das Gesetz sieht auch zusätzliche technische Standards vor.

Die Wirksamkeit dieser Investitionen zeige sich auch an der Unfallstatistik, heißt es von der Asfinag. Seien 2001 noch 18 Menschen bei Unfällen in Tunnel ums Leben gekommen, so seien es 2018 drei Opfer gewesen. Gleichzeitig gebe es heute aber deutlich mehr Tunnel-Kilometer. 2001 waren es noch 174 Kilometer, derzeit sind es aufgrund zahlreicher Neubauten 403 Kilometer.

Quelle: SN

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