Chronik

200 Jahre Fahrrad: Land Salzburg plant für 2017 Bündel an Aktivitäten

2017 jährt sich die Erfindung des Fahrrads zum zweihundertsten Mal. In Salzburg sind besondere Aktionen geplant.

200 Jahre Fahrrad: Land Salzburg plant für 2017 Bündel an Aktivitäten SN/robert ratzer

Am 12. Juni 1817 fuhr der deutsche Forstbeamte Karl Drais erstmals auf einer Laufmaschine durch Mannheim. Seine "Draisine" gilt als die Urform des Fahrrads. Das Land Salzburg plant zum Jubiläum im kommenden Jahr einige Aktivitäten. Radinitiativen begrüßen das, sie fordern aber eine ambitioniertere Förderung des Radverkehrs.

Das Land bereitet für 2017 etwa eine historische Radausstellung vor, dazu soll es Radbörsen und einen Radausflug von Krimml nach Oberndorf geben - und einen Fotowettbewerb, wo sich Bürgermeister mit möglichst vielen Radlern aus ihrer Gemeinde ablichten müssen, um zu gewinnen. Ein Katalog an Vorschlägen soll zugleich Kommunen motivieren, selbst Aktionen für Radler umzusetzen - etwa Radlerfrühstücke oder ein Gratis-Radservice im Frühjahr.

Ein Sonderbudget für die jubiläumsbezogenen Aktionen wird es aber nicht geben. Verkehrslandesrat Hans Mayr (parteifrei) will jedoch 50.000 Euro aus dem Fahrradbudget freimachen, erklärte er der APA. "Wir nutzen das Jubiläum, um das Fahrrad emotional in den Mittelpunkt zu stellen. Wir wollen Menschen dazu bringen, das Rad in den Alltag zu integrieren. Sie sollen Teile ihrer Wege oder auch den ganzen Weg mit dem Rad zurückzulegen, etwa von zu Hause bis zum nächsten Bahnhof oder vom Zielbahnhof in die Arbeit."

Im heuer präsentierten Landesmobilitätskonzept hat sich das Land vorgenommen, bis 2025 den Anteil des Fahrradverkehrs im Bundesland von derzeit elf auf 13 Prozent zu erhöhen. "Das sind um 30.000 Wege pro Werktag mehr", sagte Mayr.

Vertreter von Radinitiativen halten dieses Ziel allerdings für wenig ambitioniert. Eine Reihe von Aktivitäten hätte auch ohne das Jubiläumsjahr stattgefunden. Und die Stadt Salzburg will ihre Ressourcen eher auf 2018 konzentrieren - wenn das schon lange angekündigte Leihradsystem "S-Bike" in Betrieb gehen soll. "Wir begrüßen jede Maßnahme, die das Fahrradfahren fördert", sagte der Obmann der Radlobby Salzburg, Fidelius Krammel, zur APA. "Alles was im kommenden Jahr zusätzlich passiert und nicht in die Routine fällt, ist sicher in Ordnung."

Allerdings gebe es bei der Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land erheblichen Verbesserungsbedarf. "Hätte die Stadt im Zuge der Erstellung des Landesmobilitätskonzepts gesagt, wir setzen auf steigenden Radverkehr, hätte sich das Land auch ambitionierter Ziele setzten können." Krammel vermisst eine gemeinsame Diskussion über die Fahrradnetze der Zukunft - intuitiv nutzbare und hochrangige Fahrradrouten in Stadt und Umlandgemeinden, "wo es flott und ohne häufiges Anfahren dahingeht." Beim Radverkehrskonzept der Landeshauptstadt herrsche aber derzeit Stillstand. "Vielleicht liegt das daran, dass Maßnahmen für Radfahrer nach wie vor als politisch unattraktiv gesehen werden. Das Thema provoziert viele Leute - obwohl es meiner Meinung nach nichts weniger Provozierendes geben kann als Radfahrer."

Quelle: APA

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