Chronik

23 Mal rückte die Polizei 2016 in Salzburgs Bäder aus

Nur drei Mal wurden sexuelle Übergriffe angezeigt. Die Befürchtungen, viele Flüchtlinge könnten mit Frauen im Bikini nicht umgehen, bestätigten sich offenbar nicht.

23 Mal rückte die Polizei 2016 in Salzburgs Bäder aus SN/robert ratzer
Ansturm auf das Leopoldskroner Bad: Viele Badegäste, relativ wenige Vorkommnisse.

Nun ist es quasi amtlich, weil vom Innenminister persönlich bestätigt: In der Badesaison 2016 war es in Punkto Sicherheit in Salzburgs Bädern relativ ruhig. Das jedenfalls geht aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung durch Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) hervor.

23 Mal musste die Polizei demnach im gesamten Jahr 2016 im Bundesland Salzburg in die Bäder ausrücken, der Großteil der Einsätze, nämlich 21, erfolgte zwischen Mai und September. Dabei ging es aber nur drei Mal um Anzeigen wegen sexueller Belästigung. Die Beschuldigten stammen aus Mazedonien und Österreich. Näheres zu deren Identität geht aus der Anfragebeantwortung nicht hervor.

Das ist insofern bemerkenswert, als im Frühjahr die Sorge bestand, es könnte zu sexuellen Übergriffen durch Flüchtlinge aus Ländern mit rigider Sexualmoral und frauenfeindlichen Strukturen kommen. Daher hatte die Stadt Salzburg bereits im Frühjahr Piktogramme über Verhaltensregeln ausarbeiten und in den Bädern anbringen lassen. In den einfachen Bildern werden die Verhaltensregeln erklärt. Aus ihnen geht zum Beispiel klar und ganz ohne Worte hervor, dass das Anstarren und Abfotografieren von Frauen in Badekleidung nicht erwünscht ist.

Den größten Anteil der angezeigten Delikte in Salzburgs Bädern im abgelaufenen Jahr machen Diebstähle (12). Als Herkunftsland der Tatverdächtigen gibt der Innenminister Libyen, Afghanistan, Serbien und Österreich an. Die weiteren, während des Jahres angezeigten Straftaten in den Bädern: Urkundenunterdrückung (1), Entfremdung unbarer Zahlungsmittel (1), sittliche Gefährdung von Personen unter 18 (1) sowie Diebstahl durch Einbruch (3) und Körperverletzung (3). Ein Drittel der Straftaten konnte aufgeklärt werden.

Die Anfrage hatte der NR-Abgeordnete Philipp Schrangl (FPÖ) eingebracht. Er begründete dies damit, das in den öffentlichen Bädern Salzburgs "Schlägereien, Diebstähle, Drogenmissbrauch sexuelle Übergriffe und damit verbundene Polizeieinsätze mittlerweile schon zum Alltag" gehörten.

Quelle: SN

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