Chronik

24 Jahre nach brutalem Raubüberfall: Italiener zu acht Jahren Haft verurteilt

Der mittlerweile 67-Jährige soll mit zumindest einem Komplizen im Jänner 1995 auf einen Unternehmer losgegangen. Ein DNA-Treffer nach einem Raub in der Schweiz hatte den geständigen Angeklagten überführt.

Der 67-Jährige muss erneut den Weg ins Gefängnis antreten. SN/Franz Neumayr
Der 67-Jährige muss erneut den Weg ins Gefängnis antreten.

11. Jänner 1995: Kurz vor drei Uhr früh verlässt ein damals 38-jähriger Geschäftsmann aus Linz ein Bordell in der Stadt Salzburg und geht zu seinem gegenüber geparkten Auto. Der Grund für den Besuch in dem Etablissement ist ein Schmuckgeschäft. Unmittelbar nachdem er eingestiegen ist, reißt ein Angreifer die Tür des Wagens auf und beginnt auf das Opfer einzuschlagen. Ein Mittäter prügelt ebenfalls auf den 38-Jährigen ein. Die Räuber schaffen es, dem Linzer eine Rolex, eine Goldkette samt Anhänger sowie einen Brillantring zu entreißen. Der Komplize des Mannes richtete eine Pistole auf die Brust des Opfers und rückte ab. Nur aufgrund einer Ladehemmung löst sich kein Schuss. Nachdem das Opfer noch zahlreiche wuchtige Schläge mit der Pistole gegen seinen Kopf hinnehmen schafft es blutüberströmt die Flucht zurück in das Nachtlokal, wo es bewusstlos zusammenbricht.

Wortkart, aber reumütig

24 Jahre nach der Tat stand ein Italiener vor Gericht. Er wurde durch DNA-Spuren überführt, die er 2014 bei einem Raub in der Schweiz hinterlassen hatte. Dort saß er zuletzt in Haft. Im Prozess am Freitagvormittag am Salzburg Landesgericht gab er sich wortkarg, aber reumütig. "Mein Mandant wird sich vollständig geständig verantworten", sagte sein Rechtsanwalt Klaus Waha. Der Raubüberfall tue ihm leid, er bitte um Entschuldigung. "Er ist 67 Jahre alt und hat gesagt, er will jetzt einen Schlussstrich ziehen." Einen Schlussstrich unter eine lange kriminelle "Karriere". Auf die Frage der Richterin, wie viele Vorstrafen er habe, antwortete der Italiener nur: "Ziemlich viele". In Summe waren es 18.

Angeklagter nahm Urteil an

Die "äußerst brutale Vorgehensweise und die zahlreichen Vorstrafen" waren für den Schöffensenat letztlich erschwerende Gründe (mildernd wirkte das Geständnis) für das Urteil: Acht Jahre Haft. Zudem muss er dem Opfer 5000 Euro Teilschmerzensgeld sowie rund 43.000 Euro für den gestohlenen Schmuck zahlen. Der Italiener nahm das Urteil an. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab. Das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.

Quelle: SN

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