Chronik

380 kV: Bäume in Bad Vigaun unter Polizeischutz gefällt

Gegner der Stromleitung konnten Forstarbeiten nicht mehr verhindern. Sie wollen aber weiter demonstrieren. Der Projektbetreiber macht Tempo.

Gegner der 380-kV-Freileitung hielten in Bad Vigaun eine Mahnwache mit Kerzen ab. Ein Aktivist legte sich auf den Boden.  SN/vogl-perspektive
Gegner der 380-kV-Freileitung hielten in Bad Vigaun eine Mahnwache mit Kerzen ab. Ein Aktivist legte sich auf den Boden.

Mithilfe einer massiven Polizeipräsenz ist es den Betreibern der umstrittenen 380-kV-Freileitung am Dienstagvormittag nun doch gelungen, die Bäume auf der Trasse im Wald bei Bad Vigaun fällen zu lassen. Die Bezirkshauptmannschaft Hallein hatte Projektgegnern eine als Mahnwache angemeldete Demonstration untersagt.

Dennoch erschienen in der Früh gut 15 Aktivisten, um außerhalb des Grundstücks der Bundesforste am Rengerberg, an den Zufahrten, zu protestieren.

Die Forstarbeiter erledigten ihre Aufgabe rasch, sodass die Aktion und der Einsatz von mehr als 60 Polizisten nach zirka vier Stunden um 10 Uhr beendet waren. Die Polizei hatte den Auftrag, den Bescheid der Bezirkshauptmannschaft umzusetzen und für Ruhe und Sicherheit zu sorgen.

Die Aktion lief - das betonten Vertreter verschiedenster Seiten - friedlich ab. Die Erdkabel-Befürworter wollen ihre Protestkundgebungen fortsetzen. Sie versuchten es nun mit einem anderen Antragsteller bei der BH: Franz Fuchsberger, Obmann des Vereins Fairkabeln, der am Dienstag übrigens nicht in Vigaun war, sagte am Vormittag: "Ich habe für Mittwoch eine Demonstration in dem Waldstück angemeldet und mir vorher den ablehnenden Bescheid an die IG Erdkabel genau angeschaut." Er erwarte keine Absage seitens der Behörde. "Fairkabeln ist bestens beleumundet." Die Aktionen des Vereins seien friedlich und positiv ausgerichtet, "in bester Kooperation mit den Behörden". Zu einer nicht erlaubten Veranstaltung würde er "keine Leute hinschicken".

Fuchsberger versteht nicht, warum in dieser hochemotionalen Phase die Projektbetreiber nicht noch "die paar Wochen" bis zur Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs warten. "So viel Zeit muss sein." Doch die Austrian Power Grid (APG) will ihre rechtskräftige Genehmigung rasch nutzen. Die gefällten Bäume werden abtransportiert. In Vigaun begännen "in absehbarer Zeit der Wege- und Mastbau", sagt Projektleiter Wolfgang Hafner. Insgesamt seien 100 Masten heuer das Ziel. "Wir haben schon einen kleinen Puffer. Die Witterung für den Bau war heuer gut."

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