Chronik

400 alte Fahrräder aus Salzburg gehen nach Burkina Faso

Die Stadtverwaltung hat die unbenutzten Räder im Frühjahr im Stadtgebiet eingesammelt. Nun sollen sie Menschen in Westafrika mobil machen.

Die Fußgängerunterführung in der Michael-Pacher-Straße – das Zwischenlager der Stadt Salzburg für alte Räder. SN/Andreas Kolarik
Die Fußgängerunterführung in der Michael-Pacher-Straße – das Zwischenlager der Stadt Salzburg für alte Räder.

Mehr als 500 Fahrräder, die unbenutzt im Stadtgebiet abgestellt waren, hat die Stadtverwaltung heuer im Frühjahr mit Banderolen markiert. Stand das Rad nach vier Wochen immer noch am selben Platz, dann wurde es entfernt. In der gesperrten Fußgängerunterführung in der Michael-Pacher-Straße bzw. Alpenstraße sammelten sich Hunderte solcher "Fahrradleichen".

Doch die Räder landen diesmal nicht beim Altmetall, sondern sollen in Westafrika - konkret in Burkina Faso - wieder Menschen mobil machen. Die Stadt Salzburg hat nun 400 Räder dem Verein VEZ (Vereinigung für Entwicklungszusammenarbeit) übergeben. 30 ehrenamtliche Helfer haben am Samstag sieben Stunden lang die Räder auseinandergeschraubt, zerlegt und in einen Container verfrachtet. Die alten Fahrräder werden in Westafrika wieder zusammengebaut und verkauft. "Der Erlös ist zweckgebunden und kommt einem lokalem Verein zugute, der die Errichtung von Schulen und die Ausstattung von Krankenstationen realisiert sowie die Strom- und Wasserversorgung in den Dörfern verbessert", sagt Othmar Weber vom VEZ. Rund 7200 Fahrräder aus österreichischen Gemeinden brachte der Verein auf diese Weise per Schiff bereits nach Burkina Faso. Die Fahrräder aus Salzburg sollen Ende Oktober vor Ort eintreffen.

Baustadträtin Martina Berthold (Bürgerliste) ist von diesem Projekt überzeugt: "Das ist eine der schönsten Wieder- und Weiterverwendungs-Aktionen der letzten Zeit. Ich finde die Arbeit von Othmar Weber und seinem Verein großartig und es freut mich noch viel mehr, dass wir damit den zurückgelassenen Fahrrädern nicht nur ein zweites Leben geben, sondern durch ihren Verkauf in Burkina Faso auch einen guten Zweck unterstützen."

Im Zuge der Flüchtlingskrise wurden eingesammelte Fahrräder an soziale Einrichtungen übergeben. Doch die hatten 2018 keinen Bedarf mehr, daher wurde die Räder verschrottet. Für künftige Sammelaktionen gebe es Anfragen von gemeinnützigen Vereinen, heißt es von der Stadt.

Quelle: SN

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