Chronik

87 Gasteiner Schätze gerettet

Autorin hat alte Sagen neu erzählt und überraschend viel entdeckt.

Claudia Szedlarik begab sich auf die Sagenreise durch das Gasteinertal. SN/privat
Claudia Szedlarik begab sich auf die Sagenreise durch das Gasteinertal.

Die reichen Gold- und Silberschätze und das sprudelnde Heilwasser regten seit Jahrhunderten die Erzählkunst an: Das Gasteiner Tal ist besonders reich an Sagen.

Doch damit die mythische Welt der Riesen, Zauberer, Hexen, Drachen, Zwerge und Berggeister nicht verschwindet, müssen die Sagen immer wieder neu erzählt werden. Claudia Szedlarik hat das getan. Vom Reichtum der Überlieferungen ist sie selbst überrascht. Schon ihr Großvater und ihr Urgroßvater hatten Sagen gesammelt und aufgeschrieben - im damaligen Sprachstil. Die Autorin hat weitere Erzählungen zusammengetragen, zahlreiche Quellen vereint und - ohne etwas hinzuzudichten - den Inhalt in die aktuelle Sprache übertragen, "sodass man es heute gern liest", sagt sie. Ihre Arbeit war "aufwendiger und mühsamer als zuerst gedacht".

Das Ergebnis sind 87 Sagen in der mehr als 200 Seiten starken "Gasteiner Sagenreise", die nun im Verlag des Bad Hofgasteiner Buchhändlers Wilhelm Szedlarik erschienen ist. Willi Szedlarik ist der Bruder der Autorin.

Die Leser sind offenbar zufrieden. Ältere Einheimische sagen: "Genauso haben wir es in unserer Kindheit erzählt bekommen." Etliche Sagen, wie über die Weitmoser Bergbau-Dynastie oder die Entdeckung der Heilquellen (mit der Jagd auf den Hirschen) sind ja - zum Teil weit über Gastein hinaus - sehr bekannt.

Aber es gibt auch weithin unbekannte, kleine: zum Beispiel jene über die tanzenden Stiefel von Harbach, deren Überlieferung sich auf fünf Zeilen beschränkt hatte. Sie dreht sich um um den Teufel und die bei Scheunen nächtens auftauchenden Stiefel eines früh verstorbenen Bauernsohns, der ein liederliches Leben geführt hatte. Eigentlich wollte Claudia Szedlarik 20 Sagen sammeln. Geworden sind es fast 90. "Das hat sich so entwickelt." Sie wollte - voller Ehrgeiz - "alle, die es gibt, weil diese Schätze erhalten bleiben sollen".

Die Fundorte der Schätze durchziehen das ganze Tal, von Klammstein bis Böckstein und bis ins Nassfeld. Da geht es etwa um die Bäume und Felsen werfenden Riesen und wilden Leute in der Gasteiner Klamm, um die Entrische Kirche, die Schweine von der Haitzingalm, die verwunschene Sennin auf der Mahdleitenalm, den Gletschergeist oder den Drachen im Bockhartsee.

Die traditionsreiche Buchhändlerfamilie hat auch familiäre Wurzeln in St. Gilgen am Wolfgangsee. Und ein St. Gilgener, Augustin Kloiber, wird aus dem Buch lesen: bei der Präsentation am Freitag, 24. August, 19 Uhr, im Hotel Winkler in Bad Hofgastein.

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