Chronik

Ab 50 plus ist in Salzburg das Impfziel erreicht und die Jugend holt langsam auf

In den älteren Bevölkerungsgruppen sind bis zu 90 Prozent der Frauen und Männer geimpft. Bei den 12- bis 16-Jährigen sind es hingegen erst knapp 16 Prozent mit einem ersten Stich. Zahlreiche Impfaktionen sollen die Impfquoten schneller als bisher steigern.

 SN/e-impfpass

Die jüngsten Zahlen über die Impfquoten in Salzburg belegen gerade in den älteren Bevölkerungsgruppen eine extrem hohe Durchimpfungsrate bis knapp an die 90 Prozent. Auch wenn man die Quote der impfbaren Gesamtbevölkerung ab dem Alter von zwölf Jahren betrachtet, liegt man in Salzburg bereits bei Impfraten um die 60 Prozent. So schlecht ist es also nicht um die Impfmoral der Salzburgerinnen und Salzburger bestellt, wie die am Freitag veröffentlichten Zahlen von Landesstatistiker Gernot Filipp belegen. Selbst in der Altersgruppe der 20- bis 35-Jährigen haben bereits knapp mehr als 50 Prozent zumindest die erste Teilimpfung hinter sich.

Ist der Alarmismus in der Impfdebatte daher wirklich berechtigt? Angesichts der aktuellen Infektionszahlen herrscht jedenfalls unter den Verantwortlichen spürbare Verunsicherung. Gesundheitsreferent Christian Stöckl (ÖVP) betonte auch am Freitag, dass eine Durchimpfungsrate der Gesamtbevölkerung von mindestens 70 Prozent (derzeit 51,9) erforderlich sei, um "sicher durch den Herbst und Winter zu kommen". Auch er sieht in den Impfquoten eine positive Entwicklung, aber vor allem in den Gruppen der 12- bis 20-Jährigen und der 20- bis 40-Jährigen müsse man die Impfquote deutlich steigern.

Was die Infektionszahlen betrifft, bildet Salzburg mit Wien und Vorarlberg inzwischen wieder mit Sieben-Tage-Inzidenz-Werten um 50 österreichweit die Spitze. Landesstatistiker Gernot Filipp geht derzeit von einer "Seitwärtsbewegung mit leicht steigender Tendenz" aus. Die Gefahr sei, dass es wieder Infizierte in sehr vielen Gemeinden gebe und dadurch die Gefahr neuer Cluster steige. Ausnahme ist der Lungau: Hier gab es mit Stand Freitag keinen Infizierten.

Filipp verweist darauf, dass es zuletzt gelungen sei, die Cluster gut einzugrenzen. Dadurch seien zwischendurch auch die Infektionszahlen wieder gesunken. Dazu kommt, dass trotz steigender Inzidenzwerte derzeit nicht mehr als fünf Coronapatienten Spitalspflege (ein Intensivpatient) benötigen und diese Zahlen vorerst stabil sind. Kritisch wird es nach Angaben Filipps dann wieder, wenn durch zu viele Cluster die Kontaktverfolgung nicht mehr ausreichend möglich ist.

Christian Stöckl verwies am Freitag jedenfalls auf die zusätzlichen Impfangebote. Bisher haben rund 7400 Menschen das Angebot der Impfung ohne Anmeldung angenommen. Ein zweiter Impfbus des Roten Kreuzes steht ab kommender Woche für die Bezirke bereit. Alle Termine und Standorte sind unter www.salzburg.gv.at/einfachimpfen
zu finden. Impfangebote soll es im August auch rund um gut besuchte Veranstaltungen geben, wie das Sommerkino am Salzachsee am 15. August oder beim "Great late night shopping" in Bad Hofgastein (19. August). Insgesamt sind derzeit 66 Sonderimpfaktionen geplant.

Auf den Zuruf von Lena Huber, Landesschulsprecherin für berufsbildende Schulen, mehr Impfaktionen direkt am Schulstandort und Informationen anzubieten, sagte Stöckl: Man wolle Impfbusse verstärkt an den Schulen einsetzen. Darüber hinaus seien gemeinsame Impfaktionen für örtlich nahe beieinander liegende Schulen möglich, wie man das im Nonntal in der Stadt Salzburg schon gemacht habe. Der Gesundheitsreferent setzt auch darauf, dass Schulen von sich aus initiativ werden und aktiv aufs Land zukommen.

Aufgerufen am 27.10.2021 um 09:49 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/ab-50-plus-ist-in-salzburg-das-impfziel-erreicht-und-die-jugend-holt-langsam-auf-107663284

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