Chronik

Abtenau: Gleitschnee-Lawine umgeleitet - gefährdete Häuser wieder bewohnbar

Eine seltene Naturerscheinung beschäftigte die Experten der Lawinenverbauung in Abtenau. Mit einem Schneedamm mussten sie eine Gleitschneelawine umleiten.

Unvorstellbar große Schneemengen bewegten sich dieser Tage langsam auf zwei Häuser und einen Schuppen am Einberg unterhalb des Wegscheidbauern in Abtenau zu. Am Donnerstagnachmittag wurde zum Schutz eine Stützrippe (ein Schneedamm) errichtet.

2,40 Meter hoch und 200 Meter lang ist der Abriss der Gleitschnee-Lawine, die sich vom Einberg langsam auf das alte und neue Höhhäusel sowie einem Schuppen unterhalb des Wegscheidbauern zubewegte. Die zwei Familien wurden zunächst vorsorglich in Sicherheit gebracht.

"Am Samstagabend durften die Evakuierten wieder zurückkehren", sagte Bürgermeister Johann Schnitzhofer. "Die Maßnahmen der Wildbach- und Lawinenverbauung haben gegriffen. Die Lawine kam zum Stehen." Unter anderem wurden über den Häusern Dämme aus stark verfestigtem Schnee errichtet. Schnitzhofer sagt, die Situation werde weiter beobachtet. Es gebe mehrere Messpunkte.

Alois Fellner, Leiter der Abtenauer Lawinenwarnkommission Abtenau, und Matthias Quehenberger, Geschäftsführer der Postalmstraßen GesmbH und Mitglied der Lawinenwarnkommission, beobachten das Geschehen genau: "Seit Tagen kriecht der Schnee pro Tag rund zehn Meter. Das ist selten", sagte Fellner.

Der Grund: "Nach dem ersten Schneefall war der Boden nicht gefroren. Es schneite sehr viel und die gut isolierende, mächtige Schneedecke verhinderte das Gefrieren des Bodens. Der Schnee hat sich gut verbunden und so gleitet der gesamte Schnee von der Grasmatte ab, ähnlich dem Fließen eines Gletschers", erklärt Fellner.

Um die Häuser zu schützen, wurde am Donnerstagnachmittag der Schneestütz-Damm von einem 22 Tonnen schweren Bagger errichtet. "Ob die Stützrippe die Gleitschnee-Lawine stoppen kann, wird sich in den nächsten Tagen zeigen", sagt Fellner. Bis auf weiteres haben die Maßnahmen aber gegriffen.

Quelle: SN

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