Chronik

Achtköpfige Bande beging in Salzburg neun Raubüberfälle: Haftstrafen bis zu sechs Jahren

Im seit Ende Jänner laufenden Prozess gegen eine achtköpfige, vor allem aus Teenagern bestehende Bande, die in der Salzburger Altstadt neun Raubüberfälle verübt haben soll, ergingen Donnerstagabend die Urteile. Der Jugendschöffensenat (Vorsitz: Richterin Bettina Maxones-Kurkowski) sprach die acht Angeklagten - bis auf einen 28-Jährigen alle erst 15 bis 19 Jahre alt - im wesentlichen zu den Anklagevorwürfen schuldig.

Symbolbild.  SN/APA/HERBERT PFARRHOFER
Symbolbild.

Mit sechs Jahren Gefängnis die höchste Strafe erhielt ein 19-jähriger Afghane. Die übrigen Beschuldigten erhielten ebenfalls unbedingt verhängte Haftstrafen zwischen 21 Monaten und vier Jahren. Die Urteile sind bis auf eines noch nicht rechtskräftig.

"Grundlos, ansatzlos und brutal", so betonte Staatsanwalt Robert Holzleitner, hatten die acht Angeklagten im Frühsommer 2019 in nur drei Nächten und in wechselnder Zusammensetzung Nachtschwärmer, die gerade auf dem Heimweg von Lokalbesuchen waren, überfallen. Einige der Angeklagten - drei Russen, ein Afghane, ein Bosnier, ein Türke und zwei Österreicher mit Migrationshintergrund - agierten als äußerst brutale unmittelbare Täter. Die Opfer, allesamt Männer, wurden demnach angesprochen oder angerempelt, rasch mit Faustschlägen und Tritten bedacht und dann beraubt oder zu berauben versucht. Drei Opfer wurden schwer verletzt. Ein Mann etwa erlitt einen doppelten Kieferbruch, ein anderer einen Sprunggelenksbruch, nachdem ihn ein Angeklagter mittels Schulterwurf auf den Asphalt befördert hatte. Einigen der Opfer raubten die Täter Bargeld und in einem Fall auch ein Handy.

Videoaufzeichnungen und die Angaben der Opfer belasteten mehrere Angeklagte schwer, zum Teil zeigten sich die Burschen auch in unterschiedlichem Ausmaß geständig. Mehrere der durchwegs vorbestraften Burschen verübten laut Anklage auch noch andere Straftaten: mehrere teils brutale Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, Einbrüche, Urkundenunterdrückungen und einen Tankbetrug. Wiederholt hatte die Vorsitzende Richterin im Prozess von "erschreckender Gewalt" gesprochen, die etwa ein 16-jähriger Russe an den Tag gelegt hatten. So wurde zum Beispiel - wie ein Überwachungsvideo zeigt - ein junger Mann am Gehsteig der Lokalmeile Rudolfskai ansatzlos binnen Sekunden durch eine ganze Serie wuchtiger Faustschläge niedergeprügelt.

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