Chronik

Adneter verabschiedet sich nach 41 Jahren im Weltskiverband

Nach mehr als 500 Rennen als Technischer Delegierter des internationalen Skiverbands hat sich der Adneter Walter Grugger im Herbst aus dem Skizirkus verabschiedet.

Die Bühne der alpinen Skirennläufer ist die Piste. Sie muss perfekt, die Sicherheit gewährleistet sein. Dafür verantwortlich sind die Technischen Delegierten (TD), sie sorgen für den einwandfreien Ablauf und die Einhaltung der Regeln.

Walter Grugger aus Adnet kennt diese Tätigkeit genauestens - 41 Jahre lang hat er als TD mehr als 500 FIS-, Europacup und Weltcup-Rennen geleitet. Kürzlich wurde der 74-Jährige dafür von der Fédération Internationale de Ski (FIS), dem internationalen Skiverband, geehrt und verabschiedet.

Grugger bei seiner Verabschiedung als FIS-Delegierter.  SN/sw/privat
Grugger bei seiner Verabschiedung als FIS-Delegierter.

Eigentlich war der gebürtige St. Johanner selbst ein Top-Rennläufer, stand im Landesschülerkader, im ÖSV-Jugendkader und 1967/68 sogar in der B-Mannschaft des ÖSV. "Ein Autounfall hat diesen Weg allerdings vorzeitig beendet", sagt Grugger im TN-Gespräch. Aber er bleibt dem Skisport treu: Als Gendarm wird er Ende der 1960er-Jahre nach Hallein versetzt, und schließt sich dort dem Skiklub Hallein als Trainer an. 1974 wird er Jugendlandestrainer, später auch Kampfrichter und von 1978 bis 1980 absolviert der Wahl-Adneter die Ausbildung zum FIS-Delegierten.

Diese schauen, kurz gesagt, dass bei den Rennen alles seine Ordnung hat, von der Nennung bis zur Siegerehrung. "Da geht's vor allem um die Sicherheitsvorgaben, aber auch um Pistenpräparierung, Zeitmessung, Torabstand. Während des Rennens bist du immer auf dem Sprung, musst immer beobachten, und dich mit der Rennleitung und den anderen Funktionären abstimmen."

Im extremsten Fall entscheidet der FIS-Delegierte als Vorsitzender der Rennjury auch über eine Rennabsage. "Du musst eine Balance finden, was kann man dem Verein an Sicherheitsmaßnahmen zumuten, sodass das Rennen durchführbar bleibt. Da ist das wichtigste, dass du dich auskennst. Als Rennläufer und Trainer geht das natürlich besser."

"Mit den Russen habe ich mich immer gut verstanden"

Die Herausforderungen eines TD, der bei der Rennorganisation bis zu zehn Tage vor Ort ist, ist also oft eine kommunikative: "Einmal wollten die Torrichter nach dem ersten Lauf nicht mehr auf die Piste, weil es regnete und sie waren durchnass. Und in der Türkei hat's bei einem anderen Rennen einen Lift über Nacht bis zum Zaunkranz eingeschneit." Die Torrichter konnte er letztlich doch noch motivieren, und auch der türkische Lift konnte rechtzeitig bis zum Rennen ausgegraben werden. "Aber so viel Schnee habe ich noch nie gesehen."

Seine Einsätze führten ihn durch ganz Europa, bis nach Kamtschatka und Sibirien. "Mit denen habe ich mich gut verstanden, deswegen wurde ich wohl immer wieder hingeschickt."

Auf eines in seinen 40 Jahren ist er aber besonders stolz: "Bei mehr als 500 Einsätzen gab es keine gröberen Vorfälle."


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