Chronik

Ärger über saftige Rechnung für eine Routine-Operation

Ein 24-Jähriger kam auf die Sonderklasse und soll für eine Blinddarm-OP nun 3300 Euro zahlen. Sein Anwalt kritisiert: die SALK hätten erst nach der OP abgeklärt, ob der Bursch Sonderklasse-Patient sei.

Ärger über saftige Rechnung für eine Routine-Operation SN/APA/HELMUT FOHRINGER
Symbolbild.

Es war im Mai, just am Freitag, dem 13., als Michael, ein 24-jähriger Flachgauer, um 0.30 Uhr von seiner Freundin mit starkem Bauchweh ins Landeskrankenhaus Salzburg gefahren wurde. Gegen sechs Uhr früh wurde dem 24-Jährigen als vermeintlichem Sonderklasse-Patienten in einer OP unter Vollnarkose der entzündete Blinddarm entfernt.

Einige Tage später, bereits aus dem Spital entlassen, kam die - aus seiner Sicht - böse Überraschung: "Ich bekam einen Anruf vom Spital, dass meine private Krankenversicherung die Kosten für die Operation nicht übernimmt. Und ich alles selbst bezahlen muss", so der 24-Jährige zu den SN. Später langte dann die Rechnung der Landeskliniken (SALK) über 3300 Euro ein. "Ich habe bei der Aufnahme die e-Card hergezeigt und eine Scheckkarte meiner Versicherung. Ich habe nie gesagt, dass ich in die Sonderklasse möchte. Ich wollte nur rasch behandelt werden", sagt Michael. Er schaltete nach Erhalt der Rechnung den Salzburger Anwalt Klaus Waha ein.

Dem Rechtsanwalt stößt sauer auf, dass "man seitens der SALK erst rund 24 Stunden nach der Operation angefragt hat, ob ein Sonderklasse-Status vorliegt. Also ob die Kosten für die OP durch die Privatversicherung meines Mandanten gedeckt seien".

Den Einwand eines Mitarbeiters der Abteilung "Erlös- und Patientendatenmanagement" der SALK, wonach der Patient noch am Aufnahmetag einen "vertragliche Verpflichtungserklärung für die Aufnahme in die Sonderklasse" unterschrieben habe, lässt der Anwalt nicht gelten: "Wenige Stunden nach der Operation unter Vollnarkose kam eine Krankenschwester mit einem Formular. Er hat unterschrieben. Aber er war noch völlig geschlaucht von OP und Narkose. Ich finde es stillos, einem Patienten ,hinten nach' eine Verpflichtungserklärung ,hineinzudrücken'". Um der SALK ein "Friedensangebot zu machen", so Waha, habe er im August dem Spital per Mail mitgeteilt, dass der 24-Jährige "als Vergleichsbetrag 1000 Euro zahlt - aber völlig unpräjudiziell für die Sach- und Rechtslage wohlgemerkt", so Michaels Rechtsbeistand.

Die SALK ging nicht darauf ein und konterte: Der Patient sei "zum frühestmöglichen und maßgeblichen Zeitpunkt hinsichtlich des Sonderklassestatus aufgeklärt" worden. Auch die "letztlich negative Abklärung hinsichtlich der Kostenübernahme" mit der Privatversicherung sei "zeitgemäß und korrekt" erfolgt. Anwalt Waha wartet jetzt auf eine Klage der SALK: "Ich habe dort schon mehrfach deponiert, dass mein Mandant die Rechnung nicht bezahlen wird."

Seit einiger Zeit läuft gegen den 24-Jährigen ein Mahnverfahren. SALK-Sprecherin Mick Weinberger kann die Argumentation des Patienten nicht nachvollziehen: "Er gab bei der Aufnahme damals an einem Freitag an, dass er eine Sonderklasse-Versicherung hat. Diese Angaben konnten wir erst am Montag darauf bei der Versicherung prüfen, da diese am Wochenende keine Prüfungen annimmt. Wir haben den Patienten dann sofort informiert. Er hat gesagt, er werde mit seiner Versicherung sprechen."

Aufgerufen am 26.09.2018 um 04:39 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/aerger-ueber-saftige-rechnung-fuer-eine-routine-operation-989245

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