Chronik

Ärztliche Primärversorgung: Viele Frage offen

Pläne für Primärversorgungszentrum beim Kardinal Schwarzenberg Klinikum nicht unumstritten

Diskutierten zum Thema: Hausärztesprecher Christoph Fürstauer, LH-Stv. Christian Stöckl und SGKK-Obmann Andreas Huss (h. v.l.); Stefan Korsatko (Forum Primärversorgung), Maria Flamm (Vorständin an der der PMU), Ludwig Gold (GF des Kardinal Schwarzenberg Klinikums) und Jürgen Osterbrink (Vorstand an der PMU).  SN/sw/brinek
Diskutierten zum Thema: Hausärztesprecher Christoph Fürstauer, LH-Stv. Christian Stöckl und SGKK-Obmann Andreas Huss (h. v.l.); Stefan Korsatko (Forum Primärversorgung), Maria Flamm (Vorständin an der der PMU), Ludwig Gold (GF des Kardinal Schwarzenberg Klinikums) und Jürgen Osterbrink (Vorstand an der PMU).

Kaum ein Thema wird im Gesundheitswesen aktuell so kontrovers diskutiert wie die gesetzlich vorgegebene Einführung der so genannten Primärversorgungszentren. Für die einen sind sie das System der Zukunft im niedergelassenen Bereich, andere sehen darin eine Bedrohung für das viele Jahre gelebte System der allgemeinmedizinischen Einzelpraxis: So stand es in einer Einladung zu einer Fachtagung, die vom Kardinal Schwarzenberg Klinikum organisiert wurde. Und genauso wie in der Einladung angekündigt, wurde auch kontroversiell über die Etablierung der Primärversorgungszentren (PVZ) - geläufig ist auch der englische Ausdruck Primary Health Care (PHC) - diskutiert. In solchen Zentren arbeiten Allgemeinmediziner, Physiotherapeuten, diplomiertes Pflegepersonal und weitere medizinische Berufe gemeinsam und eng vernetzt.

Denn die Frage ist, wie lange das Hausarztsystem noch in seiner bisherigen Form aufrecht erhalten werden kann. So erläuterte Ludwig Gold, Geschäftsführer des Kardinal Schwarzenberg Klinikums, dass österreichweit bis zum Jahr 2025 zwischen 50 und 60 Prozent aller Hausärzte in Pension gehen werden. Gerade die ländlichen Regionen stellt dies vor massive Herausforderungen. Die Nachbesetzung der Kassenstellen wird oft nur schwer bis gar nicht möglich sein. Gleichzeitig steigt der Druck auf die Spitalsambulanzen schon jetzt an, so gab es in Schwarzach einen Zuwachs der Patientenzahlen von 30 Prozent in den vergangenen drei Jahren. Konfrontiert sei man auch mit Patienten die - verunsichert durch eigene Internetrecherchen - wegen Bagatellen in die Ambulanzen kämen.

Das Spital will deshalb die Infrastruktur für ein PVZ bereitstellen. Platz dafür wären vorhanden, das Spital hat nämlich Räume bei Color Drack angemietet, die derzeit noch für archivarische Zwecke genützt werden und im Bedarfsfall freigemacht werden könnten. Aufgrund seiner räumlichen Nähe und des medizinisch und organisatorisch attraktiven Angebots könnte das PVZ die Ambulanzen des Kardinals Schwarzenberg Klinikums entlasten. Diese Pläne wurden von einigen Allgemeinmedizinern zwiespältig bis ablehnend aufgenommen.

Verschlechterung für immobile Patienten befürchtet

So wurde kritisiert, dass eine Zentrumslösung gleichzeitig bedeutet, dass die Versorgung in abgelegenen Ortschaften ausgedünnt wird. Und es sind ja gerade die älteren, nicht mobilen Personen, die auf eine ärztliche Versorgung angewiesen sind. Für sie würden PVZs also eine Verschlechterung bedeuten. Moderne Möglichkeiten, wie etwa die Konsultation eines Arztes durch Videoschaltung, kämen für ältere Patienten nicht infrage. Auch würden Zentren die Endverantwortung des Arztes relativieren. Fragen der Abrechnung seien offen: Was passiert, wenn ein Patient eine E-Card bei einem PVZ gesteckt hat, kann er dann in diesem Quartal noch zum Hausarzt?

Eine gewisse Übereinstimmung herrschte in der Ansicht, dass es keine "entweder-oder"-Lösung geben könne, sondern eine "sowohl- als auch"-Option mit PVZ und den bisher gewohnten Hausarztordinationen.

Aufgerufen am 22.09.2018 um 06:56 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/aerztliche-primaerversorgung-viele-frage-offen-20573713

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