Chronik

AK erstritt 1,3 Millionen Euro: "Als Mieter darf man sich nicht alles gefallen lassen"

Ein Vermieter behielt einfach 1600 Euro Kaution ein. Die Mieterin wandte sich an die Arbeiterkammer - mit Erfolg. Das ist nur einer von tausenden Fällen. Seit 2012 sind die AK-Beratungen in Sachen Wohnen um 34 Prozent gestiegen.

Die Arbeiterkammer informiert am Freitag über ihr Beratungsangebot.  SN/robert ratzer
Die Arbeiterkammer informiert am Freitag über ihr Beratungsangebot.

Die Konsumentenberatung der Salzburger Arbeiterkammer hat am Donnerstag - einen Tag vor dem Weltverbrauchertag - Bilanz gezogen. 1,3 Millionen Euro habe man im Vorjahr bei 22.796 Beratungen erkämpft. In einem Drittel der Fälle gab es ein persönliches Gespräch, ansonsten erfolgte die Kontaktaufnahme telefonisch oder per E-Mail. "Die Top-Themen bleiben Wohnen, Waren, Dienstleistungen und Telekommunikation", sagt AK-Präsident Peter Eder. "Unsere Job ist es dafür zu sorgen, dass die Menschen für ihr sauer verdientes Geld auch etwas bekommen und nicht über den Tisch gezogen werden - wie ein aktueller Fall einer Salzburgerin zeigt. 1600 Euro konnten wir für die junge Frau erkämpfen."

Unangefochten auf Platz eins der Themen ist das Wohnen. 8036 Beratungen gab es dazu im Vorjahr. "Seit 2012 belegt das Thema Wohnen unangefochten den 1. Platz im Beratungsranking", sagt Angela Riegler, Leiterin der AK-Konsumentenberatung "In diesem Zeitraum sind die Beratungen um 34 Prozent gestiegen. Dahinter folgen Waren-, Dienstleistungs- und der Telekommunikationsbereich, die zusammen 7961 Beratungen aufweisen."



Vermieter behielt einfach Kaution ein

Mit welchen Problemen die Konsumentinnen und Konsumenten beim Thema Wohnen konfrontiert sind, zeigt ein aktueller Fall der Wohn- und Mietrechtsberatung: Nach dem Auszug forderte Frau Moser (Name geändert) ihre Kaution vom Vermieter zurück. Statt den ursprünglich einbezahlten rund 1600 Euro wurden der Salzburgerin nur 600 Euro retour überwiesen. Den Rest, 200 Euro wegen künftigen Nachforderungen und rund 800 Euro wegen einer einzubauenden Tür, behielt der Vermieter ein. "Zu Unrecht", betont Angela Riegler. "Der Vermieter konnte den Einbau der Tür nicht nachweisen. Zudem ist es nicht erlaubt, einen Teil der Kaution wegen möglicher noch bevorstehender Forderungen einzubehalten." Nachdem die Salzburgerin beim Vermieter kein Gehör fand, wandte sie sich an die AK Salzburg. Die Experten intervenierten - mit Erfolg: Der Vermieter musste die gesamte Kaution ausbezahlen. "Fälle wie diese, sind keine Seltenheit. Es kommt immer öfter vor, dass Vermieter zu Unrecht Kautionen einbehalten und Mieter für Schäden grundlos verantwortlich machen", sagt die AK-Expertin, die gleichzeitig betont: "Als Mieter darf man sich nicht alles gefallen lassen. Treten Probleme auf, dann helfen unsere Beraterinnen und Berater."

AK informiert über Beratungsangebot

Wie groß das Beratungsangebot der AK-Konsumentenberatung ist, darüber informiert die Arbeiterkammer im Rahmen einer Verteilaktion am Weltverbrauchertag (15. März). Oft kennen Konsumentinnen und Konsumenten nämlich ihre rechtlichen Möglichkeiten nicht. Die Aktion findet in mehreren Einkaufszentren - Europark, Shopping Arena Alpenstraße und Forum am Hauptbahnhof - statt.

Quelle: SN

Aufgerufen am 18.10.2019 um 10:45 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/ak-erstritt-1-3-millionen-euro-als-mieter-darf-man-sich-nicht-alles-gefallen-lassen-67233793

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