Chronik

AK-Studie: Was Eltern für die Schule zahlen müssen

Volksschüler sind etwas günstiger, am teuersten kommen die Gymnasiasten. Die Arbeiterkammer kritisiert "Kostenexzesse".

AK-Studie: Was Eltern für die Schule zahlen müssen SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Wie teuer kommt die Eltern der Schulbesuch ihrer Kinder? (Symbolfoto)

Die Arbeiterkammer (AK) hat eine einjährige Studie mit 1300 Familien mit 2100 Kindern in Wien, Niederösterreich, dem Burgenland, Salzburg und Tirol durchgeführt.

Eltern zahlen im Schnitt pro Jahr und Kind 855 Euro für den Schulbesuch. Aufgewendet werden die Mittel etwa für Schulveranstaltungen, Schreibwaren und Materialien, Beiträge für Elternverein, Klassenkassa und Kopien sowie Selbstbehalte, Nachhilfe und EDV-Anschaffungen.

Für die Studie führten die Familien von Juli 2015 bis Juni 2016 Buch über ihre schulbezogenen Ausgaben. Diese sollten in die neun Kategorien Schreibwaren und Materialien allgemein bzw. fachspezifisch, Bekleidung und Schuhe (z.B. Hausschuhe, Turnkleidung, Werkstättenkleidung), Bücher und Medien, Computer/Tablet/EDV, Schulveranstaltungen, sonstige Beiträge und Selbstbehalte (Elternverein, Klassenkassa, Spindbeitrag, Kopiergeld, Schülerfreifahrt etc.), Nachhilfe während des Schuljahrs und Sonstiges (Spenden, Lehrergeschenke etc.) eingeordnet werden.

Gesondert erhoben wurden die Kosten für den Besuch einer Privatschule bzw. einer Nachmittagsbetreuung oder eines Internats sowie für Freizeitaktivitäten wie etwa die Maturareise. Auch Kosten für Ferienbetreuung wurden nicht erhoben.

Schulveranstaltungen als größte Ausgabe

Größter Kostenpunkt waren die Schulveranstaltungen mit 283 Euro - allein auf die mehrtägigen wie Skikurse, Sport- oder Sprachwochen entfielen 236 Euro. An zweiter Stelle liegen die Kosten für die Schreibwaren und Materialien (allgemein und fachspezifisch zusammengerechnet) mit 148 Euro, gefolgt von den sonstigen Beiträgen und Selbstbehalten (112 Euro), Bekleidung und Schuhen (94 Euro) sowie Nachhilfe (92 Euro).

Gymnasiasten sind am teuersten

Je nach Schultyp schwanken die Ausgaben aber stark: Am geringsten sind sie in der Volksschule, wo nur selten Nachhilfe und nur wenige mehrtägige Schulveranstaltungen anfallen, mit 522 Euro.

Die Neue Mittelschule liegt mit 833 Euro in etwa im Schnitt, die AHS-Unterstufen kommen auf 969 Euro, die berufsbildenden Schulen auf 1176 Euro und die AHS-Oberstufen auf 1299 Euro.

Für Eltern mit geringerem Einkommen mache der Schulbesuch ihrer Kinder mehr als ein Jahresnettoeinkommen aus. Vor allem würden mindestens ein Drittel der jährlichen Kosten im September anfallen.

AK kritisiert "Kostenexzesse"

Die von den Eltern eingeforderten Beiträge seien nicht immer gerechtfertigt, kritisierte AK-Präsident Rudi Kaske "Kostenexzesse": Beiträge für den Spind, für Kopien von Unterrichtsmaterialien bzw. für Werkmaterialien dürften nicht verlangt werden. "Der Wildwuchs sogenannter sonstiger Kosten muss überprüft werden, sonst wird die öffentliche Schule immer stärker in Richtung Privatschule gedrängt."

Das sei auch ein Aufruf an die Elternvereine zum Aktivwerden, so Kaske. "Schulpartnerschaft heißt nicht: Die Schule legt fest."

Dass sich dieses Engagement auszahle, habe man zuletzt bei den Schulspinden gesehen: Hier habe Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) nach langen Protesten der Eltern zuletzt klargestellt, dass es nicht deren Aufgabe sei, dafür zu bezahlen.

Höhere Schulbeihilfe gefordert

Weitere Forderungen der AK: Eine Erhöhung der Schulbeihilfen sowie deren Auszahlung bereits ab der neunten (derzeit zehnten) Schulstufe sowie ein Aus für die Verrechnung von Betreuungskosten während der Anwesenheitspflicht in den Ganztagsschulen (8 bis 16 Uhr). Außerdem müsse besser über die bestehenden Beihilfemöglichkeiten aufgeklärt werden - etwa die Hälfte der Befragten kannte diese überhaupt nicht.

Quelle: SN

Aufgerufen am 20.11.2018 um 05:59 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/ak-studie-was-eltern-fuer-die-schule-zahlen-muessen-1089226

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