Chronik

Allein mit Wind und Wetter

Es ist ein einsamer, gut strukturierter Job. "Der Arbeitstag beginnt um 6 Uhr und endet um 21 Uhr", erläutert Hermann Scheer. Er ist seit sechs Jahren fixer Wetterwart im Sonnblick-Observatorium, einer von sieben. Gearbeitet wird im Schichtbetrieb 15 Tage am Stück, "dann haben wir 13 Tage frei." Diesen Dienst teilen sich zwei Mann. "Wir sind ein reiner Männerhaushalt, der von einer Chefin, der Elke Ludewig, geführt wird", meint Scheer fröhlich. Er stammt aus Halle an der Saale. "Die dortige Sektion des Alpenvereins hat früher das Zittelhaus, das ja ans Observatorium angrenzt, besessen. Das verbindet, ich fühle mich wohl in Rauris."

Ein echter Rauriser ist Norbert Daxbacher. Seit 2012 ist der gelernte Tischler Wetterwart. "Ich habe die Küchenausstattung und die Innenverkleidung im Observatorium gemacht." Dadurch hat er das Team und dessen Tätigkeit kennengelernt und daran Gefallen gefunden. Die Hauptarbeit gliedert sich in vier Bereiche: Beobachtung des Wetters für die Meteorologie und des Flugwetters für die Austro Control, Erledigung von projektspezifischen Sachen (etwa Wechseln von Filtern) sowie das Betreiben und Warten der Seilbahn. "Für uns ist sie ein Meilenstein. Früher musstest du dich angurten und in Decken einhüllen, wenn der Wind gegangen ist. Das Kisterl war ja offen, ein Blechdach hat dich von oben geschützt. Jetzt geht's bequem nach oben und unten."

Das Observatorium gehört dem Sonnblick-Verein, Betreiber ist die ZAMG. Gegründet wurde es 1886 vom Rauriser Ignaz Rojacher. ,,Er hat ein Inserat der ZAMG gelesen, sie suchte einen schneefreien hohen Berg. Rojacher wusste, der Sonnblick wäre ein guter Platz. Er hat dann massiv gepusht, dass die Wiener Meteorologen hier ein Institut machen", schildert Bernhard Niedermoser von der ZAMG Salzburg. Seit 132 Jahren wird das Wetter am Sonnblick beobachtet und aufgezeichnet - das ist weltweit einzigartig. Quasi jedes Stäubchen wird entdeckt, deshalb darf nicht geraucht werden, mit Ausnahme einer Ecke beim Zittelhaus. Am Dienstag voriger Woche wurden Stoffe gemessen, deren Herkunft auf Rumänien oder den Ätna hindeuteten.

Es sei spannend, sagt Hermann Scheer, nur von etwas gebe es zu viel: "Du sitzt oft 14 Tage lang in den Wolken, da ist dann nichts von Sonnblick."

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