Chronik

Alles "leiwand": Ein Löwe heilt kranke Kinder

Nach jahrelangem Kampf und kurzer Bauzeit: Die neue Rehabilitation für krebskranke junge Menschen in St. Veit im Pongau ist eröffnet.

Krebskranke Kinder brauchen, damit sie wieder gesund werden können, die Familie an ihrer Seite. In St. Veit im Pongau gibt es jetzt die erste Rehabilitation für Kinder und Jugendliche, die sich ganz besonders den Familien widmet.

"Ein Hoch auf das, was vor uns liegt, dass es das Beste für uns gibt. Ein Hoch auf das, was uns vereint, auf diese Zeit." Dieses Lied des deutschen Popsängers Andreas Bourani sang der Chor der Volksschule St. Veit mit ihrer Lehrerin Manuela Pühringer am Montag zur offiziellen Eröffnung des Leuwaldhofs. So heißt die neue Reha für Onkologie und Stoffwechselerkrankungen auf der Sonnenterrasse hoch über dem Salzachtal. Sie trägt den Leu, den Löwen, im Namen. Der Löwe gibt Mut und Selbstvertrauen, damit mit aller Kraft die Heilung gelingt. "Gemeinsam sind wir löwenstark", heißt das Motto.

82 Betten stehen Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren sowie deren Familien aus ganz Österreich zur Verfügung. Bisher mussten betroffene Familien meist nach Deutschland ausweichen. An der Errichtungs- und Betreibergesellschaft sind der international erfahrene Gesundheitsdienstleister Vamed AG (zu 76 Prozent) und die Salzburger Landeskliniken (24 Prozent) beteiligt. Die beiden Partner haben zirka 13 Millionen Euro investiert.

Die Angehörigen werden aktiv in die Therapien eingebunden, die Leistungen von den Krankenkassen bezahlt, betonte Vamed-Vorstandsmitglied Gottfried Koos. Kindergarten und Schule sind integriert - und sorgen für einen geregelten Tagesablauf. Die jungen Patienten, die meist lange, belastende Krankenhausaufenthalte hinter sich haben oder auch an Folgeerkrankungen leiden, können sich behutsam wieder dem Alltag zuwenden.

Das Freizeitangebot soll den Teilnehmern helfen, Selbstvertrauen zu gewinnen, Verhalten in der Gruppe zu üben und wieder Freude am Leben zu haben. Graffitikunst, Wandspiele, ein Erlebnisspielplatz und ein Sportplatz regen Geist und Körper an.

Primar Wolfgang Sperl, Leiter der Salzburger Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, hat sich sehr intensiv für den Leuwaldhof engagiert.

Das 120 Meter lange, fünfgeschoßige Gebäude entstand trotz des langen Winters und der Hanglage in einer rekordverdächtigen Bauzeit von nur zehn Monaten. Es ist ein Holzbau, größtenteils aus heimischem Fichtenholz. Mindestens 70 Arbeiter waren jeweils gleichzeitig auf der Baustelle im Einsatz, insgesamt 30 Firmen im Einsatz.

Bgm. Sebastian Pirnbacher (ÖVP) erwartet sich eine weitere Belebung seiner Gemeinde und zusätzliche Nächtigungen weiterer Verwandter. Das Land habe das Grundstück zur Verfügung gestellt, sagte LH-Stellvertreter Christian Stöckl (ÖVP). Wichtig sei, dass diese Lücke im österreichischen Gesundheitsangebot nun geschlossen sei. "Es war ein jahrelanger Kampf", erinnerte Stöckl an das Ringen um Standorte, vor allem mit Oberösterreich. Er habe schon interveniert, als der spätere Finanzminister Hans Jörg Schelling noch Chef des Hauptverbands der Sozialversicherungen gewesen sei.

"Gut. Sonst müsstest du jetzt bei der Gazprom intervenieren", sagte LH Wilfried Haslauer, an Stöckl gewandt, und spielte damit scherzhaft auf die neue Tätigkeit Schellings an. Der Leuwaldhof sei so gelungen, dass ihn Besucher aus Ostösterreich wohl bald als "Leiwandhof" bezeichnen würden.

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Aufgerufen am 20.11.2018 um 04:17 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/alles-leiwand-ein-loewe-heilt-kranke-kinder-26469745

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