Chronik

Alles mit Plan und Ziel: Studieren leicht gemacht

Dunkle Augenringe stammen nicht immer vom Besuch der nächtlichen Partyszene. Oft sind sie Zeugnis einer lernintensiven Nacht. Das Uni-Magazin hat Tipps zusammengetragen, mit denen schlaflose Nächte in der Prüfungszeit vermieden werden können.

Alles mit Plan und Ziel: Studieren leicht gemacht SN/dpa/dpaweb
Auch Pausen sollten Studierende einplanen.

Es ist kurz vor Mitternacht. Wenige Minuten vor Ablauf der Abgabefrist kann Sarah, Studentin der Erziehungswissenschaft, ihre Arbeit endlich abschicken. Und zum wiederholten Male nimmt sie sich vor, es nie wieder so weit kommen zu lassen. Doch wie setzt man die richtigen ersten Schritte auf dem Weg zur Besserung?

Zeitmanagement ist (fast) alles

Einige Studenten berichten davon, sich Gott lange nicht mehr so nah gefühlt zu haben, wie am Tag vor der Abschlussprüfung. Besser als verzweifelte Stoßgebete hilft laut den Studienratgebern jedoch ein Lernplan. Das Erstellen eines solchen ist für manchen wohl schon die erste Hürde. Ist diese überwunden, folgt auf das Gefühl der Euphorie einige Tage später aber zumeist die Ernüchterung. Statt sich an den Lernplan zu halten, wird das Putzen der Wohnung plötzlich zur wichtigsten Aufgabe. Nun gilt es, Willensstärke zu beweisen und sich bis zur Prüfung durchzuringen. Die Belohnung stellt sich in Form einer besseren Note und dem Gefühl, den inneren Schweinehund endlich besiegt zu haben, ein.

Realisierbare Zielsetzung: Zwischen Hausfrau und Nobelpreis

Fast jeder, der mit seinem Studium beginnt, hat große Pläne. Ob Weltverbesserer, Reichtum oder großer Denker. Umso weiter das Studium fortschreitet, desto mehr wird man sich bewusst, dass in der Zukunft statt Glanz und Gloria vorerst eher schlecht bezahlte Praktika auf einen warten. Deshalb ist für ein erfolgreiches Studium das Setzen von Etappenzielen, anstatt des einen großen Zieles, wichtig. Die Ziele sollten möglichst bald erfüllbar und realistisch, aber nicht unterfordernd, formuliert sein. Umso mehr Ziele erfüllt werden, desto eher steigt die Motivation, auch die folgenden zu verwirklichen. Weniger hilfreich sind Formulierungen wie "Halbe Bachelorarbeit heute fertig schreiben" oder "Öfter an die Uni gehen".

Ziele setzen nach dem SMART-Prinzip:

S-pezifisch: Welche Ziele will ich erreichen?

M-essbar: Zeit und Erfolg in Zahlen festhalten (etwa: "mindestens zehn Literaturquellen in zwei Stunden finden")

A-kzeptiert: Lernziele nach individueller Leistungsfähigkeit erreichbar formulieren

R-ealisierbar: Nicht zu viele Aufgaben in enges Zeitfenster packen

T-erminierbar: Klare Deadline schaffen, im besten Fall vor der schlussendlicher Abgabefrist.

Wurde ein Ziel erreicht oder der Lernplan für mehrere Wochen eingehalten, sollte nicht darauf vergessen werden, sich selbst zu belohnen. Machen Sie einen Tag blau. Auch im Lernplan sollte sich regelmäßig Raum für Freizeitaktivitäten finden. Schließlich sind Studenten auch nur Menschen.

Krisenmanagement

Fast jeder Student wird im Laufe seines Studiums zumindest einmal von Frustration geplagt. Es sind dies die Momente, in denen einem das Studium plötzlich nicht mehr zielführend erscheint. Nicht jede Lehrveranstaltung wird dem persönlichen Geschmack entsprechen und nicht jeder Professor wird das eingereichte Werk für eine Offenbarung halten. Auf so manchen wirkt ein Leben als einfacher Fließbandarbeiter plötzlich viel erstrebenswerter, als in einer stickigen Bibliothek zu sitzen. Laut Studienratgebern sind solche Krisen in Prüfungszeiten und unter Leistungsdruck nichts Ungewöhnliches. Hier kann es oft helfen, sich mit Kommilitonen auszutauschen oder sich seine Ziele erneut ins Bewusstsein zu rufen.

Rezepte ohne Garantie

Studienberater können auf dem Weg zum Abschluss hilfreiche Stützen sein. Den eigenen Willen zur Weiterbildung kann aber kein Lernplan ersetzen. Das eine oder andere graue Haar wird das Studium die meisten Studenten zwar kosten, aber mit einer realistischen Zielsetzung und einer guten Lernstrategie ließe sich so manche durchpaukte Nacht vermeiden. Hierzu noch ein Zitat des Schweizer Kommunikationsexperten und Karriereberaters Dani Nieth: "Wie isst man einen Elefanten? Stück für Stück. (...) Wenn ich nur den ganzen Elefanten sehe, sieht die Aufgabe extrem schwierig aus. Aber wenn ich mir mit Messer und Gabel einen kleinen Bissen abschneide, dann kann ich mit dem Essen beginnen." In diesem Sinne: Mahlzeit und auf gutes Gelingen.

Die Checkliste zum effektiven Lernen
  • Aufgeräumter Arbeitsplatz und sämtliche Lernunterlagen in Reichweite
  • Übersichtlicher Kalender
  • To-Do-Liste verfassen: Aufgaben nach Priorität ordnen
  • Die produktivsten Tageszeiten durch Selbstbeobachtung ermitteln - Lernplan danach ausrichten
  • Mögliche Störquellen/Ablenkungen minimieren, etwa Handy
  • Ausgewogenen Lernplan erstellen: Dieser beinhaltet idealerweise besuchte Lehrveranstaltungen an der Universität, Zeit für Freizeitaktivitäten (Sport, Hobbys, Freunde) und die Lernzeiten inklusive regelmäßiger kurzer Lernpausen
  • Konkrete, aber nicht minutiöse Aufstellung der Lernziele für die einzelnen Tage (in halben Stunden/Stunden planen)
  • Lernziele in kleinen machbaren Schritten aufbereiten

Dieser Beitrag wurde von Studenten der Universität Salzburg im Rahmen einer Lehrredaktion in Kooperation mit den "Salzburger Nachrichten" erstellt.

Quelle: SN

Aufgerufen am 12.12.2018 um 09:23 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/alles-mit-plan-und-ziel-studieren-leicht-gemacht-1008502

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