Chronik

Alois Dürlinger: "Schließen kommt für uns nicht in Frage"

Alois Dürlinger ist Pfarrer im Süden. Er schnürt Lebensmittelpakete für Bedürftige und sagt, es sei wichtig die Menschen "in Würde" anzunehmen.

Alois Dürlinger tritt der Armut in seinen Stadtteilen entgegen.Bild: /Degn Film SN/sw/erhart-bermadinger
Alois Dürlinger tritt der Armut in seinen Stadtteilen entgegen.Bild: /Degn Film

Er hat es immer schon gesagt. Dass die Armut ein Problem ist in dieser Stadt. Wöchentlich würden zwei, drei Mal Leute an seine Pfarrhaus-Tür klopfen, weil sie Hilfe brauchen, erzählte Alois Dürlinger - damals, bei seinem Antrittsgespräch, als er von St. Veit im Pongau in die Pfarre Herrnau übersiedelte. Und dass es nicht sein Weg sei, diese Menschen mit zwei Euro abzuspeisen. Das war vor eineinhalb Jahren. Vor Corona. Einfacher ist es seither nicht geworden. Aber es hat sich auch etwas getan.

Als andere Ausgabestellen aufgrund betagter Ehrenamtlicher im ersten Corona-Lockdown dicht machten, gründete sich in der Pfarre Herrnau eine solche Lebensmittelausgabe neu. Seither geben zwei ehrenamtliche Teams zwei Mal wöchentlich Lebensmittelpackerl aus - in "gemütlicher Atmosphäre", wie der Pfarrer sagt. Jeden Dienstag und Freitag wird ab 10 Uhr in der Garage aufgebaut, ab 13 Uhr erhalten Bedürftige ihre Pakete, die abhängig von der Größe der Familie in vier Varianten bereit stehen. Auch Asylbewerber, für die der "Flüchtlingspfarrer" seit jeher ein großes Herz zeigt, sind in das Projekt eingebunden.

Pfarrer Dürlinger hat mittlerweile Lebensmittelmärkte und eine Bäckerei bei der Hand, deren Überschüsse der Pfarre zugute kommen. Andere Dinge, Hygieneartikel oder Waschmittel, kaufen seine Mitarbeiter zu. "Deshalb sind wir auch abhängig von Spendern", sagt Dürlinger, der neben der Herrnau auch für Gneis, Morzg und Nonntal zuständig ist. Eine Pause im aktuellen Lockdown kommt für ihn nicht in Frage. "Die Not macht auch keine Pause."

Die Hilfe kommt an. Aktuell wenden sich wöchentlich rund 100 Familien an das niederschwellige Angebot der Pfarre, was Dürlinger einerseits freut, aber auch nachdenklich stimmt. Der große Andrang bestätigt seine Theorie, wonach es auch im so genannten reichen Salzburg viel Armut gibt. Für ihn ist insbesondere wichtig, dass sich die Menschen "in Würde" angenommen fühlen. Und er zitiert Papst Franziskus: Die Armen hungern nach Brot, aber noch mehr hungern sie nach guten Worten. Lebensmittelausgabe
der Pfarre Herrnau

Helfen Sie mit!
Wer das Projekt von Pfarrer
Dürlinger unterstützen möchte, kann haltbare Lebensmittel in der Pfarre abgeben oder über die Salzburger Sparkasse Geld spenden; IBAN: AT22 2040 4000 4256 4716

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