Chronik

Alte Mauer bröckelt: Weitere Maßnahmen angeordnet

Über der Gstättengasse sind Donnerstagmittag Felsstücke aus einer Mauer herausgebrochen und in die Tiefe gestürzt. Am Freitag werden weitere Sicherungsmaßnahmne durchgeführt.

Eine alte Mauer, aus der am Donnerstag einige Brocken in die Salzburger Innenstadt gestürzt sind, beschäftigt die Stadt Salzburg auch noch am Freitag. Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) ordnete weitere Sicherungsmaßnahmen für das alte Mauerwerk an. "Egal wem die alte Mauer unter dem Museum der Moderne auf dem Mönchsberg letztlich gehört, der Schutz der Bevölkerung geht vor", vermeldet Schaden in einer Aussendung. Ein Team aus Fachleuten werde die Mauer nun in Augenschein nehmen.

Donnerstagmittag haben sich über dem Eingang zum Mönchsbergsaufzug mehrere Felsbrocken gelöst und sind in die Gstättengasse gestürzt. Passanten, die sich in der Nähe befanden, meldeten den Vorfall. Wie die Salzburger Berufsfeuerwehr bestätigt, gibt es keine Verletzten. "Man sieht die Einschlagstellen auf dem Boden. Zum Glück wurde niemand getroffen", sagt Feuerwehr-Einsatzleiter Armin Barbeck. Die Steinbrocken sind melonengroß.

Wenig später war die Ursache bekannt: "Ein Stück der alten Mauer, direkt unterhalb des Museums der Moderne, wurde vom Starkregen unterspült. Dabei haben sich einige Brocken des Mauerwerks gelöst und sind die Böschung hinuntergerollt", erklärte Michael Haybäck vom Amt für öffentliche Ordnung. Dort seien zwar hölzerne Sperren aufgebaut, zwei Brocken dürften aber darüber gerollt und abgestürzt sein. "Es wurden weder Menschen verletzt noch Fahrzeuge beschädigt", bestätigte Haybäck.

Die Gstättengasse wurde in dem Bereich gesperrt. Kurze Zeit später hatte sich in der Innenstadt bereits ein großer Stau gebildet. Autofahrer mussten mit Verzögerungen rechnen. Gegen 14.45 Uhr wurde die Straße wieder freigegeben.

Immer wieder löst sich Gestein

Die Bergputzer waren am Nachmittag dabei, die Mauer wieder instand zu setzten und von lockeren Teilen zu befreien. Die Bergputzer sind eine kleine Berufsgruppe, die die Felswände der Hausberge Salzburgs nach lockerem Gestein und anderen Gefahren absucht und säubert. 1574 wurde der Mönchsberg laut Urkunden erstmals von verbliebenem Lockergestein befreit. Am 16. Juli 1669 lösten sich bei einem schweren Felssturz große Teile der Felswand des Mönchsberges und zerstörten die großteils direkt an den Fels angebauten Gebäude; die Markuskirche, das Alte Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, die Liebfrauen-Kapelle sowie 13 Häuser in der Gstättengasse. Dabei kamen 230 Menschen ums Leben. Viele dieser Toten waren Salzburger, die bei der Bergung von Verletzten und Toten helfen wollten, aber von einem nachfolgenden Felssturz selbst erschlagen wurden.


(SN)

Melonengroße Steinbrocken stürzten in die Tiefe. SN/prlic
Melonengroße Steinbrocken stürzten in die Tiefe.
Melonengroße Steinbrocken stürzten in die Tiefe. SN/prlic
Melonengroße Steinbrocken stürzten in die Tiefe.
Melonengroße Steinbrocken stürzten in die Tiefe. SN/Robert Ratzer
Melonengroße Steinbrocken stürzten in die Tiefe.
Stau in der Innenstadt. SN/Robert Ratzer
Stau in der Innenstadt.
Die Brocken lösten sich aus der alten Stadtmauer. SN/Robert Ratzer
Die Brocken lösten sich aus der alten Stadtmauer.
Melonengroße Steinbrocken stürzten in die Tiefe. SN/Robert Ratzer
Melonengroße Steinbrocken stürzten in die Tiefe.
Melonengroße Steinbrocken stürzten in die Tiefe. SN/Robert Ratzer
Melonengroße Steinbrocken stürzten in die Tiefe.

Aufgerufen am 22.01.2018 um 03:22 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/alte-mauer-broeckelt-weitere-massnahmen-angeordnet-406756

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