Chronik

Alter Grabstein aus einem Flachgauer Bach aufgetaucht

Ein Rätsel um einen Stein beschäftigt in Eugendorf die Gemeinde und die Pfarre. Ein paar Geheimnisse sind schon gelüftet.

Sonntägliche Spaziergänger in einem ruhigen, idyllischen Winkel der geschäftigen Flachgauer Marktgemeinde Eugendorf trauten ihren Augen nicht: Aus dem Eugenbach bei der alten Hammermühle ragt ein Grabstein. Der kleine Grabstein, der auf den ersten flüchtigen Blick auch wie eine Urne aussieht, steht auf einem auffallend flachen Stein im Bachbett.

Ein archäologischer Schatz aus der Vergangenheit? Ein an Pietätlosigkeit kaum zu überbietender Vandalenakt aus der Gegenwart? Ein bisschen Licht ins Dunkel bringt ein Gespräch mit einem betagten Anrainer: Der frühere (inzwischen verstorbene) Totengräber und Landwirt habe vor Jahren zahlreiche Grabsteine zur Befestigung am Bach verlegt, um das Ufer vor Ausschwemmung zu sichern, denn der Bach führt oft viel mehr Wasser als derzeit. Insgesamt soll es sich um etwa 30 Grabsteine gehandelt haben. Und nun dürften Jugendliche oder Kinder den gefundenen Grabstein sichtbar im Gewässer aufgestellt haben.

Kindergräber am Pfarrfriedhof wurden aufgelassen

Da es ein relativ kleiner Stein ist und die in den Inschriften verewigten Verstorbenen Kleinkinder waren, die in den Jahren 1910 und 1912 nur wenige Tage bzw. Wochen gelebt haben, erklärt sich der Eugendorfer Pfarrer Josef Lehenauer die Sache so: Vermutlich stamme der Grabstein von Kindergräbern aus dem Pfarrfriedhof. "Diese Gräber befanden sich früher bei der Kirche an der Südseite, beim Holznerwirt. Im Einvernehmen mit den Familien wurden die Kindergräber im Zuge einer Renovierung aufgelassen." Die Skelette seien in den Gemeindefriedhof beziehungsweise, so nimmt der Pfarrer an, in Familiengräber überführt worden. Der Gemeindefriedhof wurde (an anderer Stelle als der Pfarrfriedhof) in den 1980er-Jahren angelegt. Die alten Kindergrabsteine dürfte der Totengräber abtransportiert und sie zu Hause oder in seiner Nachbarschaft gelagert haben.

Eine Pietätlosigkeit kann der Priester aus theologischer Sicht nicht erkennen. Ein Friedhof sei geweiht. Aber der Stein an sich habe diesbezüglich "keinen Wert, keine Bedeutung".

Die Gemeinde will das Fundstück zum Steinmetz bringen

Wenn ein Grab aufgelassen werde, gehöre der Stein dem Eigentümer des Grabes. In der Regel werde ein Steinmetz damit beauftragt, den Grabstein mitzunehmen.

Von den Salzburger Nachrichten auf den sonderbaren Fall aufmerksam gemacht, sah sich der Eugendorfer Gemeindeamtsleiter Franz Greisberger am Montagnachmittag den Grabstein, der knapp einen halben Meter hoch ist, an Ort und Stelle an. Der Amtsleiter nimmt nach dem Lokalaugenschein an, dass Kinder in letzter Zeit den Stein ausgegraben und aufgestellt haben. Das ungewöhnliche Denkmal wird allerdings wohl nicht lang im Eugenbach stehen bleiben. Die Gemeinde werde den Grabstein zu einem Steinmetzbetrieb in der Nachbargemeinde Seekirchen bringen, damit ihn der Fachbetrieb ordnungsgemäß entsorge.

Aufgerufen am 20.09.2018 um 10:46 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/alter-grabstein-aus-einem-flachgauer-bach-aufgetaucht-1071196

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