Chronik

Am Himmel über Salzburg: Zeppelin zog Blicke auf sich

Hunderte Passanten staunten nicht schlecht, selbst die Mitarbeiter des Flughafen-Towers reagierten überrascht: Ein Luftschiff drehte über Salzburg seine Runden.

41 Meter lang, knapp 13 Meter Durchmesser, 65 PS und ein Abfluggewicht von 980 Kilogramm: Ein riesiges Luftschiff des Stromanbieters "E wie einfach" kreiste am Freitagnachmittag über der Stadt Salzburg. Vom Boden aus betrachtet glitt der mit Luft gefüllte Zeppelin ruhig und still durch die Lüfte. Im Cockpit leistete Pilot Ralph Kremer hingegen Schwerstarbeit.

Der starke Föhnwind brachte den Deutschen fast an seine Grenzen. "Der Wind ist bockig, da braucht es Muskelkraft", sagte Kremer. Das Ruder des Zeppelins steuerte der Pilot mit zwei Seilen. Bei starkem Wind müsse mit kräftigem Ziehen gegengesteuert werden. "So spare ich mir wenigstens das Fitnessstudio", sagte der 53-Jährige. Bei Windstille erreicht der Zeppelin eine Geschwindigkeit von knapp 20 Knoten (37 km/h). Beim Flug über Salzburg reichte es nur für zehn Knoten.

"

Gestartet war das Luftschiff auf einer Bauernwiese unweit der Stadtgrenze in Guggenthal. "Wir haben im Vorfeld im Internet nach einem geeigneten Startplatz gesucht", sagte der Pilot. 50 mal 50 Meter seien die Mindestabmessungen für einen reibungslosen Startablauf. "Der Bauer hat uns seine Wiesen gerne zur Verfügung gestellt."

Die Rundfahrt über Salzburg führte an der Festung und den Stadtbergen vorbei. Per Funk meldete sich Kremer beim Flughafen-Tower - und bekam prompt die Aufforderung in Richtung Maxglan zu lenken. "Die Fluglotsen wollen den Zeppelin eben auch sehen", sagte Kremer. Mit einer Flughöhe von knapp 300 Metern nahm das Luftschiff unter den staunenden Blicken von Passanten Kurs auf den Flughafen. Der starke Föhnwind pfiff durch das offene Cockpit. "Eine Verkleidung würde bloß mehr Gewicht bedeuten. Warme Kleidung ist ein Muss", sagte Kremer. Seit acht Jahren lenkt der gebürtige Aachener Luftschiffe. Über 800 Flugstunden hat der Pilot bereits hinter sich. "Gerade bei so starkem Gegenwind wie heute ist Erfahrung das A und O." Angst brauche man in einem Zeppelin aber keinesfalls haben. "Es ist sicherer als eine Ballonfahrt. Dank dem Motor kann man auch gegen den Wind fahren." Zeppeline für Passagierflüge sind heutzutage mit Helium gefüllt. "Ein Unglück wie einst bei der Hindenburg kann damit nicht mehr passieren", sagte Kremer. Das Luftschiff "Hindenburg" brannte 1937 nieder, weil sich Wasserstofffüllung entzündet hatte.

Die Rundfahrt über Salzburg verlief ruhig. Kurz vor der Landung in Guggenthal meldete sich Kremer per Funk beim Flughafen-Tower ab. Die Antwort folgte prompt: "Danke fürs Vorbeischauen. Servus, bis bald."

Aufgerufen am 18.09.2018 um 04:49 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/am-himmel-ueber-salzburg-zeppelin-zog-blicke-auf-sich-872995

Der Salzburger Rupertikirtag begrüßt seine Gäste

Der Salzburger Rupertikirtag begrüßt seine Gäste

Eine Runde Kettenkarussell fahren, Zuckerwatte essen oder ein Bier im Festzelt genießen. Der Rupertikirtag in Salzburg hat einiges zu bieten. Ob Touristen oder Einheimische, rund 150.000 Gäste besuchen das …

Schlagzeilen