Chronik

An der Universität regiert das Fahrrad

Studierende und Uni-Mitarbeiter greifen auf Rad und Öffis zurück. Ein massiver Ausbau wird gefordert.

Franz Kok von der Universität Salzburg ist begeisterter Radfahrer. Er präsentiert die Mobilitätserhebung.  SN/sw/saha
Franz Kok von der Universität Salzburg ist begeisterter Radfahrer. Er präsentiert die Mobilitätserhebung.

Wie hat sich die Mobilität von Studierenden und Mitarbeitern der Universität Salzburg in den vergangenen zehn Jahren verändert und wo liegen die Wünsche für die Zukunft? Mit diesen Fragen beziehungsweise Bedürfnissen beschäftigte sich der Mobilitätsbeauftragte der Universität Salzburg, Franz Kok. Nun präsentierte er mit Kolleginnen und Kollegen eine Mobilitätserhebung, die von 2008 bis 2018 durchgeführt wurde.

An der Universität Salzburg studieren derzeit rund 18.000 Personen. Zudem gibt es über 2800 Angestellte. Insgesamt 1068 Personen nahmen an dieser Studie teil. Eines zeigte sich dabei. Vor allem bei den Studierenden ist der Anteil jener, die mit dem Auto zur Uni fahren, in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. "Waren es 2013 noch über 20 Prozent, so sind es mittlerweile nur noch neun Prozent", sagt Kok. Dafür stieg die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln von 36 auf 43 Prozent. "Das Semester-Ticket scheint gut anzukommen." Das Fahrrad verlor dafür einige Prozentpunkte und liegt nun bei 35 Prozent, bei den Mitarbeitern der Uni ist der Wert bei 40 Prozent.

"Wir haben bei unserer Tiefgarage an der Naturwissenschaftlichen Fakultät hier in Nonntal derzeit nur eine Auslastung der Autos von 60 Prozent. Dafür sind die oberirdischen Abstellplätze für die Fahrräder komplett überfüllt", erklärt Kok. Als Konsequenz wird es an der Nawi in Zukunft einen Fahrradstreifen in die Tiefgarage geben, wo weitere Abstellflächen für Fahrräder errichtet werden.

Des Weiteren sollen demnächst Info-Screens an den Universitäten errichtet werden, auf denen Informationen vom Verkehrsverbund und der ÖBB angezeigt werden sollen. "Für die Radfahrer ist aber natürlich auch das Wetter wichtig, hier sollen Prognosen in den einzelnen Stadtteilen erfolgen."

In den vergangenen Jahr habe sich bei der Verkehrsplanung einiges getan. So hebt Franz Kok die Anbindung der Stadt durch die S-Bahn hervor, gibt jedoch zu bedenken: "Wir haben alles, was außerhalb der Stadt ist, näher herangerückt. Uns fehlt aber eine innerstädtische Lösung. Wie geht es dann zum Beispiel ab dem Bahnhof weiter?" Die zumeist überfüllte Fahrradgarage in Schallmoos bezeichnet er als verfehlte Verkehrspolitik, weil sie nicht an das Radnetz angeschlossen ist und viele Pendler ein Fahrrad am Bahnhof stehen haben, um ihre Ziele zu erreichen und sich nicht in den Obus setzen. "Bei unseren Befragungen ist daher auch herausgekommen, dass sich viele durchgehende Busspuren wünschen. "

Eine weitere Forderung Koks ist eine Radweg-Initiative: "Die Leute kommen mit dem Fahrrad mittlerweile aus Wals, Elixhausen und anderen Orten über den Grünland-Gürtel in die Stadt. Da sind die Wege oft nicht ausgebaut." Er würde sich wünschen, dass das Budget für den Ausbau des Radnetzes verdoppelt wird - von aktuell etwa zwei auf vier Millionen Euro.    

Aufgerufen am 13.12.2018 um 11:24 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/an-der-universitaet-regiert-das-fahrrad-39012115

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