Chronik

Anika Dafert beim UNO-Gipfel: Salzburger Einserschülerin dirigiert Klimastreiks

Anika Dafert tanzt Ballett und ist Salzburgs zweitbeste Altgriechisch-Schülerin. Ihre Klimaproteste brachten sie nun bis zum UNO-Gipfel nach New York.

An Treffen mit politischen Würdenträgern ist Anika Dafert mittlerweile gewöhnt. Kurz bevor die 17-jährige Schülerin aus Radstadt mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen zum UNO-Klimagipfel nach New York reiste, traf sie den Landeshauptmann von Rhodos. Sie war bei der Salzburger Griechischolympiade Zweite geworden und so nach Rhodos gereist.

"Man gewöhnt sich an diese Treffen", sagt Anika Dafert. Auch die mediale Berichterstattung über ihre Person sei ihr nicht unangenehm. "Die meisten Berichte waren positiv. Das trifft auf die gesamte Resonanz über meine Aktivitäten für ,Fridays for Future' zu." Anika Dafert hatte im Februar die Schulstreiks fürs Klima in Salzburg initiiert. Als Greta Thunberg Österreichs möchte sie dennoch nicht bezeichnet werden. "Das ist zwar eine Ehre, aber man wird auch in eine Schublade gesteckt. Ich bin gern eine eigenständige Persönlichkeit."

Auf das, was sie im vergangenen halben Jahr in Österreich mit ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern erreicht habe, sei sie jedenfalls stolz. Die vielen Demonstrationen mit Tausenden Teilnehmern seien eine Sache. Am meisten freue sie sich über die Ausrufung des nationalen Klimanotstands, ein Beschluss, der am Mittwoch im Nationalrat gefällt wurde. "Viele wissen nicht, was bei uns alles an Struktur dahintersteht. Wir treffen uns zwei Mal pro Woche, haben nationale Vernetzungstreffen und Videokonferenzen."

Der Großteil der Arbeit würde von Schülern und Studenten geleistet. Freilich seien auch Erwachsene dabei, die hülfen. Und es gebe auch Leute mit politischem Hintergrund oder Personen aus Umweltschutzorganisationen. "Für uns ist das okay, solange das nicht im Vordergrund steht."

Ihre schulischen Leistungen hätten ihre intensiven Aktivitäten für die "Fridays for Future"-Bewegung nicht beeinflusst, sagt sie. "Ich war überrascht, wie wenig Stoff ich während meines New-York-Aufenthalts eigentlich verpasst habe."

Ihrer Matura, die in diesem Schuljahr ansteht, sieht sie jedenfalls deutlich gelassener entgegen als dem Klimawandel. Berufliche Pläne hat sie derzeit noch keine. "Das hängt auch davon ab, was in den nächsten Monaten noch alles passiert."

Jobangebote habe sie noch keine bekommen, aber sich auch beruflich für den Klimaschutz zu engagieren, könne sie sich durchaus vorstellen - neben anderem: So sei das Altgriechische jedenfalls ihre Leidenschaft. Und auch das Tanzen sei ihr wichtig: Ballett trainiere sie, so oft es gehe. "Ich könnte mir vorstellen, das Tanzen mit dem Singen zu kombinieren und etwas in Richtung Musical zu machen."

Wie sie sich und die Welt in 30 Jahren sehe, sei von Tag zu Tag unterschiedlich. "Manchmal bin ich schon frustriert, etwa wenn man sieht, in welchem Zustand das Amazonasgebiet ist. Aber meistens bin ich optimistisch: Ich glaube fest daran, dass sich die Menschheit zusammenreißen wird und den Klimawandel eindämmen kann."

Aufgerufen am 28.11.2020 um 03:27 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/anika-dafert-beim-uno-gipfel-salzburger-einserschuelerin-dirigiert-klimastreiks-76875907

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