Chronik

Anklage gegen mutmaßliche Pinzgauer Drogenbande birgt Brisanz

Neun junge Leute aus dem Pinzgau sollen kiloweise Cannabis und Speed verkauft haben. Auch jene 20-jährige Zellerin, die im Oktober ermordet wurde, war laut Anklage in den Suchtgifthandel verstrickt.

Symbolbild. SN/APA (Archiv)/HERBERT NEUBAUER
Symbolbild.

Nach intensiven Ermittlungen hat die Salzburger Staatsanwaltschaft nun gegen neun im Pinzgau lebende Beschuldigte eine umfangreiche Anklage wegen des Verbrechens des Suchtgifthandels eingebracht. Die mutmaßlichen Dealer, sieben Männer und eine Frau sind zwischen 17 und 35 Jahre alt; vier haben einen österreichischen, zwei einen deutschen Pass. Die übrigen drei sind türkischer, litauischer und bosnischer Nationalität.

In unterschiedlicher Tatbeteiligung sollen sie vorwiegend zwischen Anfang 2017 und Mai 2018 kiloweise Cannabisprodukte sowie Speed (ein stark aufputschendes Amphetamin) an dutzende Abnehmer vor allem im Raum Zell am See gewinnbringend verkauft haben. hauptangeklagt ist ein 21-jähriger arbeitsloser Taxenbacher - er allein soll zumindest 3,8 Kilogramm Cannabis und 4000 Gramm Speed sowie auch geringe Mengen Kokain und Ecstasy-Tabletten verdealt haben.

Die zwar zugestellte, aber noch nicht rechtskräftige Anklage birgt auch Brisanz: So geht aus ihr hervor, dass etwa der Erstangeklagte unter anderem von jener 20-jährigen Frau aus Zell am See mit Drogen beliefert wurde, die am 20. Oktober vor ihrer Wohnung ermordet wurde. Nunmehr angeklagt ist übrigens auch der ehemalige türkische Freund der getöteten jungen Frau: In der nunmehrigen Anklage heißt es, dass er die 20-Jährige, die durch mehrere Pistolenschüsse getötet wurde, bei "ihrem schwunghaften Suchtgifthandel" unterstützt habe. Wie berichtet, war in dem umfangreichen Ermittlungsverfahren, das nun in der gegenständlichen Anklage mündete, auch das spätere Mordopfer wegen des Verdachts des kiloweisen Verkaufs von Cannabis als Beschuldigte geführt worden.

Auf der Suche nach dem Mörder der 20-jährigen Zellerin ermittelt das Landeskriminalamt nach wie vor in alle Richtungen, wie Polizeisprecher Hans Wolfgruber am Freitag betonte. Noch sei keine konkret mordverdächtige Person ausgeforscht worden.

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Als Nadine Langmeier klein war, brachte sie es auf 72 Tiere im und ums Elternhaus. Nun wollen sie und ihr Partner die Tierliebe beruflich ausleben.

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