Chronik

Anklage wegen versuchten Mordes in der Stadt Salzburg

Nach einer Schießerei in einem Park in der Stadt Salzburg im Sommer 2018, bei der ein 35-jähriger Serbe schwer verletzt worden war, hat die Staatsanwaltschaft Salzburg Anklage gegen eine fünfköpfige, mutmaßliche Drogenbande erhoben. Zwei Italienern im Alter von 22 und 31 Jahren wird versuchter Mord angelastet, wobei der 31-jährige "Boss" der Bande drei Schüsse auf das Opfer abgefeuert haben soll.

Die Tatwaffe. SN/polizei
Die Tatwaffe.

Hintergrund der Tat am 14. August um 22.08 Uhr im Hans-Lechner-Park im Stadtteil Schallmoos dürften Drogengeschäfte gewesen sein. Das Motiv ist aber nach wie vor unklar. Der 31-Jährige hat zwar eingestanden, dass er der Schütze gewesen sei, meinte jedoch, aus Notwehr gehandelt zu haben, weil ihn der Serbe mit einem Messer attackiert habe. Zudem habe er angenommen, dass es sich bei der Pistole, die einem Freund gehört habe, um eine Gaspistole handelt. Wenn er gewusst hätte, dass es ein echter Revolver war, hätte er nicht geschossen, rechtfertigte sich der Beschuldigte in einer Einvernahme.

Das Opfer erlitt einen Steckschuss in der linken Schulter, einen Durchschuss im linken Unterschenkel und einen Steckschuss im Bauch. Der Schwerverletzte musste notoperiert werden. Er war aber nach Auskunft der Ärzte nicht in Lebensgefahr. Vor der Polizei gab er an, er habe mit dem 22-jährigen Italiener das Treffen im Park vereinbart, weil Freunde von ihm Probleme mit dem Mann gehabt hätten und er den Grund in Erfahrung bringen wollte. Der Italiener sei mit zwei Begleitern in den Park bekommen. Einer der beiden habe sich als "Boss" vorgestellt. Nachdem dieser gefragt habe, um welche Probleme es gehe, habe der Mann sofort in seinen Rucksack gegriffen und drei Mal auf ihn geschossen, schilderte der 35-Jährige.

Der Serbe, der offenbar selbst Suchtgift konsumierte, konnte den 22-Jährigen und den 31-Jährigen als Täter beschreiben, über den dritten im Bunde machte er allerdings keine Angaben. Die Staatsanwaltschaft geht von einem dritten, unbekannten Täter aus. Der 22-Jährige soll den 31-Jährigen bei der Schussabgabe zumindest "psychisch unterstützt" haben. Es sei ihm bewusst gewesen, dass der 31-Jährige einen Revolver zu dem Treffen mitgenommen habe, um auf den Serben zu schießen, lautet der Vorwurf.

Am Tatort wurde ein Klappmesser mit der DNA des Serben gefunden. Dieser bestritt, jemanden damit bedroht zu haben. Als er nach den Schüssen am Boden lag, habe er das aufgeklappte Messer gefunden. Er habe damit sein Leibchen aufschneiden wollen, erklärte er. Allerdings schloss eine Zeugin aus, dass bei Erste-Hilfe-Maßnahmen ein Messer verwendet worden sei.

Bei den weiteren drei Angeklagten handelt es sich um einen 28-Jährigen und einen 23-Jährigen, beide Italiener, sowie um eine 22-jährige Tänzerin aus Belgien. Ihnen wird wie den beiden Hauptbeschuldigten das Vergehen einer kriminellen Vereinigung und Handel mit Cannabisprodukten und Kokain vorgeworfen.

Der Tänzerin wird auch Geldwäscherei angelastet. Sie soll eine Wohnung in Salzburg gemietet haben, in der die Bandenmitglieder zum Teil wohnten und die auch als Drogenumschlagplatz gedient haben soll. Bei einer Hausdurchsuchung fanden die Ermittler einen Trommel-Revolver der Marke Reck und sechs Patronen, rund 250 Gramm Kokain sowie ca. 8.300 Euro Bargeld. Die Waffe war mit Zeitungspapier und Klebefolie umwickelt und in einem mit Farbe gefüllten Kübel versenkt worden.

Die Belgierin hat der Anklage zufolge mehr als 31.000 Euro Einnahmen aus Drogengeschäften auf ihr Konto eingezahlt. Sie soll zur Tatzeit die Freundin des "Boss" gewesen sein und Aufzeichnungen über die Drogengeschäfte geführt haben. Allein der "Boss" soll von 2017 bis Mitte August 2018 mehr als 1,2 Kilogramm Kokain zum Gesamtpreis von mehr als 74.000 Euro und mehr als 15 Kilogramm Marihuana zum Gesamtpreis von mehr als 40.000 Euro an teils bekannte, teils unbekannte Abnehmer verkauft haben. Der Mann soll in Italien bereits mehrfach vor Gericht gestanden sein und Interpolinformationen zufolge Verbindungen zur organisierten Kriminalität in Italien gehabt haben.

Quelle: APA

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