Chronik

Anton-Wallner-Feier: 1500 Schützen marschierten in Salzburg auf

Die 57. Anton-Wallner-Gedenkfeier der Schützen eröffnet den Veranstaltungsreigen im Jubiläumsjahr 2016. Was die Befreiungskriege von 1809 damit zu tun haben und warum Schützen Vorbilder sind.

Das anhaltende Regenwetter konnte den 1500 Schützen am Sonntag in der Landeshauptstadt die Stimmung nicht verderben. Sie waren bereits um 8.30 Uhr beim Mirabellgarten eingetroffen, um Aufstellung für den 57. Anton-Wallner-Gedenktag zu nehmen. Von dort ging es im Gleichschritt mit klirrenden Orden, blitzenden Säbeln und historischen Feuerwaffen weiter über die Staatsbrücke zur Festmesse im Dom.

Natürlich waren nicht alle 109 Schützenkompanien oder Garden des Bundeslandes vollzählig vertreten - dies hätte den Rahmen völlig gesprengt. Stattdessen gab es zehn Ehrenkompanien, die in voller Mannstärke angerückt waren: Dorfgastein, Kuchl, Grödig, Elsbethen, Lessach, die Bürgergarde der Stadt Salzburg, die Panzlschützen Mühlbach-Bramberg sowie die Gäste aus Meransen (Südtirol), Reith/Kirchberg (Tirol) und Thundorf-Strass (Bayern).

Alle anderen Schützenvereine waren jeweils mit einer Fahnenabordnung à vier Personen vertreten und nahmen mit ihren jeweiligen Bezirkskommandanten in Fahnenblöcken Aufstellung.

Die Musikkapelle Kuchl spielte den Präsentiermarsch, während Schützenhauptmann Franz Meißl mit Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Bundesratspräsident Josef Saller und dem Salzburger Bürgermeister Heinz Schaden die Front abschritt.

Die Gastkompanien aus Südtirol, Tirol und Bayern waren übrigens auf besonderen Wunsch von Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) eingeladen worden. Diese Gebiete waren lange Teil des selbstständigen Fürzerzbistums Salzburg. Nach einer wechselvollen Geschichte kam ein deutlich kleineres Salzburg schließlich vor 200 Jahren endgültig zu den Habsburgern und damit zu Österreich. Die Anton-Wallner-Gedenkfeier bildet den Auftakt für den Veranstaltungsreigen zum Jubiläumsjahr 2016.

Doch was hat der von den Schützen verehrte Landesverteidiger Anton Wallner aus dem Oberpinzgau, der im Befreiungskrieg 1809 gegen die Bayern und Franzosen kämpfte, mit diesem Jubiläumsjahr zu tun? Haslauer erklärte das in seiner Festrede: "Historische Ereignisse sind immer das Ergebnis von längerfristigen Entwicklungen. Es sind nur 15 Jahre gewesen, die 500 Jahre staatliche Selbstständigkeit Salzburgs beendet haben." Wallner habe die Landesgeschichte daher in einem Zeitraum beeinflusst, der sehr prägend für das heutige Salzburg gewesen sei. Er habe zwar den Krieg verloren, "doch seine Ziele gingen alle in Erfüllung". Salzburg sei heute Teil eines geachteten Staates, in dem Meinungsfreiheit, Sicherheit und Ordnung herrschten - "und um wie viel ärmer wäre Österreich heute ohne uns Salzburger?"

Eine besondere Ehre wurde den Panzlschützen Mühlbach-Bramberg zuteil: Sie durften als einzige Salzburger Schützenkompanie einen Ehrensalut schießen. Kommandant Bruno Scheuerer ist selbst seit 26 Jahren Vereinsmitglied und befehligte die 60 Mitglieder mit sicherer Hand. "Unser jüngstes Mitglied ist zehn Jahre alt, unser ältestes 85", sagt Scheuerer mit Stolz.

Das ist es wohl, was Haslauer meinte, als er den Zusammenhalt hervorhob, der die Schützen auszeichne und der sie zum Vorbild für alle Salzburger mache.

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