Chronik

Aprilscherz ging schief: Fake-"Corona-Brief" kursierte in Leogang

Die Bürger wurden in dem angeblichen Schreiben der Gemeinde zum "kollektiven Coronavirus-Test" in einer Schule aufgerufen. Jetzt hat die Polizei die Verfasserin ausgeforscht.

Die Polizei schickt den gefälschten Brief nun an die Staatsanwaltschaft. In Zeiten der Coronakrise werde die Verbreitung von solchen Infos nicht als Scherz abgegolten.  SN/apa/barbara gindl
Die Polizei schickt den gefälschten Brief nun an die Staatsanwaltschaft. In Zeiten der Coronakrise werde die Verbreitung von solchen Infos nicht als Scherz abgegolten.

Es sollte ein Aprilscherz sein, doch die Folge war Verunsicherung der Bevölkerung: Vor einigen Tagen tauchte in den sozialen Medien ein gefälschter Bürgermeisterbrief der Gemeinde Leogang im Salzburger Pinzgau auf. Darin wurden die Bürger zu einer "kollektiven Testung des Corona-Virus mittels Nasenabstrich" am kommenden Wochenende in einer Schule aufgerufen. Die Verfasserin wurde aufgeforscht.

Laut einem Bericht von ORF Salzburg kursierte der täuschend echt gemachte Brief im Internet und auf WhatsApp. Bürgermeister Josef Grießner (ÖVP) habe die Polizei alarmiert. Er sei entsetzt gewesen, dass jemand gerade in diesen Zeiten versuche, die Bevölkerung zu verunsichern und ihn persönlich zu diffamieren.

In dem mit 31. März datierten Schreiben ist zu lesen, dass die Testung zur Eindämmung der Verbreitung von Covid-19 in der Turnhalle der Neuen Mittelschule stattfinde. Der Test sei für alle Gemeindebürger verpflichtend, "aufgrund der Nähe zu Tirol und einer bereits sehr hohen Zahl an bereits infizierten Personen". Und weiter: "Aufbauend auf das Ergebnis der Testung wird mit der Bundesregierung über eine mögliche Quarantäne der Gemeinde Leogang entschieden."

Eine Polizeisprecherin bestätigte am Freitag gegenüber der APA, dass Ermittlungen eingeleitet wurden. Die Urheberin des Schreibens wurde ausgeforscht. Die 53-jährige Pinzgauerin erklärte, der Brief sei ein Aprilscherz und nur für Familienangehörige bestimmt gewesen.

Doch der mit Gemeindestempel und Unterschrift versehene Bürgermeisterbrief zog rasch seine virtuellen Kreise im Internet. Das sei nicht beabsichtigt gewesen, rechtfertigte sich die Verfasserin. Die Polizei schickt nun den gefälschten Brief an die Staatsanwaltschaft zur rechtlichen Beurteilung. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie werde die Verbreitung von Fake-News nicht als Scherz abgegolten, warnte die Polizeisprecherin.

Quelle: APA

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