Chronik

"Apropos"-Verkäufer führt durch die Stadt

Überleben, Schattenwelt und Spurwechsel: In Spaziergängen zeigt die Straßenzeitung Salzburg von einer anderen Seite.

Das Leben von Georg Aigner (48) war lange aus der Spur: Alkoholkrank, obdachlos und zu mehreren Freiheitsstrafen verurteilt. "Nach meinem letzten Haftaufenthalt wäre ich fast wieder am Bahnhof gelandet", sagt Aigner. Heute verkauft er die Straßenzeitung "Apropos" - und berichtet bei Spaziergängen über sein Leben sowie über die Institutionen, die ihm halfen, wieder in die Spur zu kommen.

Seit 15 Jahren ist Michaela Gründler Chefredakteurin von "Apropos": "Mit der Gründung unserer Straßenzeitung wurde Armut in Salzburg sichtbarer." Die Auflage der Zeitung - die im Dezember 1997 unter dem Namen "Asfalter" gestartet wurde - ist 10.000 bis 12.000 Stück groß. Rund 120 Verkäufer vertreiben die Zeitung. Dabei sind die Verkäufer selbstverantwortlich. Für 1,25 Euro kaufen sie Zeitungen im Vertriebsbüro von "Apropos" ein, die Hälfte des Kaufpreises von 2,50 Euro können sie behalten. Das Hauptanliegen der Straßenzeitung ist, "Hilfe zur Selbsthilfe" zu bieten. Zum 20-jährigen Jubiläum möchte Gründler das Projekt "Apropos" weiter ausbauen. Gemeinsam mit dem langjährigen Verkäufer Aigner konzipierte sie drei geführte "Soziale Spaziergänge" durch die Stadt Salzburg. In der Führung "Überleben" zeigt Aigner Interessierten den Salzburger Hauptbahnhof und seine Umgebung aus der Perspektive eines Wohnungs- und Obdach losen. "Schattenwelt", die zweite angebotene Führung, stellt Orte vor, wo arme Menschen in der Stadt Salzburg Lebensmittel und Essen erhalten. Schließlich macht die Führung "Spurwechsel" mit jenen Plätzen vertraut, an denen Menschen Hilfe finden können. Neben dem Salzburger Franziskanerkloster sind dies etwa das Institut für Glücksspiel und Abhängigkeit in der Emil-Kofler-Gasse oder der Verein Phurdo ("Brücke") in der Schallmooser Hauptstraße. Der Verein unterstützt Sinti und Roma in Salzburg.

"Wir wollen mit diesen Spaziergängen keinen Sozial-Voyeurismus fördern", sagt Gründler. Es gehe bei den Führungen vielmehr darum, Einblicke in das Leben der Verkäufer der Straßenzeitung zu geben.

SN-Info: Weitere Informationen zu den Spaziergängen können unter apropos.or.at gefunden werden.

Quelle: SN

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