Chronik

Atomic & Hirscher: Gefragtes Wissen des Superstars

Atomic-Geschäftsführer Wolfgang Mayrhofer über die Hirscher-Versicherung, Ausbauten und über chinesische Mehrheiten.

Aktuell werden in das Atomic- Logistikzentrum 20 Millionen Euro, in die Produktion rund zehn Millionen Euro und ins Pro-Center 2,5 Millionen Euro investiert. Das Geld kommt von einem Konsortium, in dem der chinesische Konzern Anta-Sport mit 52 Prozent die Mehrheit hält. Die Chinesen betreiben 10.000 Sportgeschäfte in ihrem Heimatland.

Mit dem Investitionsprogramm möchte Atomic seine führende Position am Weltmarkt verteidigen. In Altenmarkt werden jährlich knapp 600.000 Paar Skier hergestellt, im Werk in Bulgarien rund 350.000. Um die Spitzenposition zu halten, wird aber auch im Bereich Skischuhe, Helme oder Brillen aufgerüstet.

Das Credo hinter den Millionen beschreibt Atomic-Geschäftsführer Wolfgang Mayrhofer aus Reitdorf so: "Nachhaltigkeit spielt für uns eine große Rolle. Darum geht es in der Skiproduktion nicht mehr vorwiegend um die Menge. Wir wollen die qualitativ besten Skier verkaufen."

Um dieses Ziel zu erreichen, wird Jahrhundertsportler Marcel Hirscher sein enormes Skiwissen für Atomic - so wie es aussieht - weiterhin einbringen. Mayrhofer: "Wir führen im Oktober klärende Gespräche über verschiedenste Projekte. Marcel ist nicht nur ein Weltsportler vom Format eines Roger Federer oder Lewis Hamilton. Es ist unpackbar, wie viele Menschen in sozialen Medien weltweit an ihm als Person interessiert sind. Er hat immer wieder unsere Ingenieure überrascht. Mit einem Lauf über 50 Sekunden erkennt er Materialdetails im Ski und in der Verbindung mit Platte und Schuh. Atemberaubend! Er hat seinen Sport, die Ausrüstung und das Training nahezu komplett revolutioniert. Das kommt natürlich auch dem Breitensport zugute."

Atomic Altenmarkt wird zum Rennsportmekka

Ein neues "Herzstück" am traditionsreichen Firmensitz in Altenmarkt wird beim Atomic-Tag am 10. Oktober - mit allen Stars - präsentiert. Mayrhofer: "Wir wollen schon im Jugend- und FIS-Rennbereich den Stars von morgen noch bessere Produkte liefern. Im Pro-Center bekommen die Skiläufer aus aller Welt vor Ort ihr individuelles Material angepasst. Sie können auf unseren beiden Teststrecken in Flachau mit unseren Experten sofort probieren und adaptieren. Wir öffnen unseren Betrieb mit attraktiven Betriebsführungen und einer ,History Area' mit der Darstellung von Atomic-Erfolgen der Vergangenheit."

Auf die Frage, wie besonders der Ski des kommenden Winters denn sein wird, meint der Atomic-Geschäftsführer: "Durch unsere Stars im Rennsport, aber auch ganz wesentlich durch unser Engagement im Tourenskibereich haben wir viel gelernt - beispielsweise den Ski leichter zu machen bei gleicher Stabilität. Es gibt viele neue Materialien, spannende Laborarbeit. Der Ski ist noch mehr auf die unterschiedlichen Bedürfnisse des Kunden abgestimmt."

Im Hinblick auf die Zukunft des Skisports, den enormen Materialaufwand, den Skifirmen betreiben, und die bestehenden Verbandsstrukturen meint der Atomic-Chef:

Verbandsteams oder Firmenteams?

"Das aktuelle System stellt die Leistungen der Verbände in den Vordergrund. Skisport ist in den Alpenländern ein ,Volkssport' - das ist Tradition. Sicher ist es in anderen populären Sportarten grundlegend anders, wenn ich nur an die Formel 1 denke. Wir haben Atomic-Teams in allen wichtigen Märkten: Österreich, Schweiz, Italien, USA und viele andere."

Neuzugänge und Top-Star Shiffrin

Ende Oktober beginnt die alpine Weltcupsaison mit den Rennen in Sölden.

Auf die Frage, ob sich nach dem Wegfallen der spektakulären Hirscher-Prämien das Rennsportbudget bei Atomic deutlich verändert habe, erläutert Mayrhofer: "Ein gewisser Prozentsatz vom Umsatz wird dem Rennsport zugeordnet. Das betrifft Fixum und Gewinnprämien für die Sportler, Race-Management und Personalkosten dort, Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Zudem zahlen wir - wie andere Skimarken - eine Versicherungsprämie. Die garantiert uns, dass wir Budgetsicherheit haben und die Versicherung die Prämien über einen vereinbarten Rahmen hinaus übernimmt."

Atomic hat viele heiße Eisen im Feuer - neben Seriensiegerin Mikaela Shiffrin oder ÖSV-Ass Manuel Feller setzt Mayrhofer auf den "Neuzugang" Aleksander Aamodt Kilde aus Norwegen, dessen Landsmann Lucas Braathen und ÖSV-Europacup-Ass Simon Maurberger.

Aufgerufen am 21.11.2019 um 01:12 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/atomic-hirscher-gefragtes-wissen-des-superstars-76429543

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