Chronik

Auch die S-Bahn steht am Montag von 12 bis 14 Uhr still

5000 Eisenbahner legen Montagmittag in Salzburg die Arbeit nieder. Doch nicht alle Bahnen beteiligen sich an den Kampfmaßnahmen. Westbahn, Lokalbahn und Obusse sind wie gewohnt unterwegs.

Kein Zug werde „in der Prärie“ stehenbleiben um 12 Uhr, verspricht die Gewerkschaft. Die Garnituren werden allerdings in Bahnhöfen Pausen einlegen bis 14 Uhr.  SN/robert ratzer
Kein Zug werde „in der Prärie“ stehenbleiben um 12 Uhr, verspricht die Gewerkschaft. Die Garnituren werden allerdings in Bahnhöfen Pausen einlegen bis 14 Uhr.

Bahnfahrer müssen sich am Montag darauf einstellen, dass zwei Stunden lang kein einziger Zug fahren wird. Die gute Nachricht für Pendler ist, dass die Warnstreiks der Eisenbahner nicht zu den Spitzenzeiten in der Früh oder am Abend stattfinden werden, sondern für Montag von 12 bis 14 Uhr angekündigt sind.

Hintergrund sind die Verhandlungen zum Eisenbahner-Kollektivvertrag, die in dieser Woche nach acht Verhandlungsrunden vorerst abgebrochen worden sind. Die Arbeitgeber haben drei Prozent geboten. Die Gewerkschaft Vida bezeichnete dieses Angebot als "lächerlich", zumal es nur knapp über der Inflation liege.

Freitagnachmittag wurde daher festgelegt, wo gestreikt wird. Neben den ÖBB-Zügen werden auch die S-Bahnen in Salzburg stillstehen - vom Personal in der Infrastruktur angefangen bis zu den Lokführern. "Alles was den Nah- und Fernverkehr bei den ÖBB betrifft, steht", sagt Rudi Schuchter, Vorsitzender der Gewerkschaft Vida in Salzburg. Der Streik werde sich großteils am Hauptbahnhof abspielen, wenn keine Züge mehr abfahren. Aber auch in anderen Bahnhöfen werden Züge Pausen einlegen. "Es wird sicher kein Personenzug in der Prärie um 12 Uhr stehen bleiben, sondern in den nächsten Bahnhof fahren, damit die Passagiere aussteigen können", sagt Schuchter. Der Zeitpunkt für den Warnstreik (12 bis 14 Uhr) sei bewusst gewählt worden. "Wir nehmen Rücksicht auf die Pendler und die Schüler in der Früh und wollen diese nicht vor den Kopf stoßen. Genauso achten wir auf die Sicherheit. Diese ist gewährleistet, wenn wir stehen", sagt Schuchter.

Der Verkehrsbereich der Salzburg AG wird hingegen nicht stillstehen. "Wir streiken nicht", sagt Unternehmenssprecherin Daniela Kinz. Die Salzburger Lokalbahn wird am Montag wie gewohnt verkehren und beteiligt sich nicht an den gewerkschaftlichen Kampfmaßnahmen. Und auch der Obus - denn die Obuslenker zählen im Entlohnungsschema zu den Eisenbahnern - wird wie gewohnt fahren.

Auch die private Westbahn, die zwischen Salzburg und Wien verkehrt, ist außen vor. Verspätungen seien aber möglich, heißt es vom Unternehmen. Denn die Streiks bei den ÖBB könnten Auswirkungen auf die Westbahn haben.

Bei den ÖBB sind die Auswirkungen des zweistündigen Streiks am Montag für Salzburg noch nicht absehbar. "Wir erwarten Beeinträchtigungen im Nah- und Fernverkehr. Wir werden unsere Fahrgäste so rasch wie möglich über eventuelle Störungen auf allen unseren Kanälen informieren, bitten aber unsere Kunden darum, aktiv alle Kanäle der ÖBB für Updates zu den Beeinträchtigungen zu nutzen", sagt Sprecher Robert Mosser. Der Postbus würde ebenfalls nicht vom Streik betroffen sein. Die ÖBB appellieren an die Verhandlungspartner, an den Tisch zurückzukehren, denn ein Streik schade nur jenen, die es nicht treffen sollte - den Kunden.

Vida-Vorsitzender Schuchter sagt, man halte weiterhin die Hand ausgestreckt für Verhandlungen. Man wolle aber ein faires Angebot der Arbeitgeberseite. Über weitere Kampfmaßnahmen habe die Gewerkschaft bislang noch nicht beraten.


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