Chronik

Auf weitere IS-Verdächtige wartet in Salzburg der Prozess

Zwei mutmaßliche IS-Terroristen wurden nach Frankreich ausgeliefert. Jetzt sitzen in Salzburg noch vier weitere Verdächtige in Haft.

Auf weitere IS-Verdächtige wartet in Salzburg der Prozess SN/alswart - Fotolia

Am 29. Juli wurden bekanntlich zwei mutmaßliche IS-Terroristen, die am 10. Dezember 2015 in Salzburg verhaftet worden waren, nach Frankreich ausgeliefert.

Der ebenso erschreckende wie dringende Verdacht: Die beiden Ausgelieferten - der Pakistaner Muhammad U. (35) und der Algerier Adel H. (29) - gehörten laut Ermittlungen zum harten Kern des Pariser IS-Terrorkommandos. Die beiden hätten sich demnach bei den Anschlägen mit 130 Toten am 13. November in Frankreichs Hauptstadt ebenfalls in die Luft sprengen sollen.

Nur eine Woche nach Adel H. und Muhammad U. waren am 18. Dezember in Salzburg aber noch zwei weitere IS-Verdächtige verhaftet worden. Diese beiden Männer - der Marokkaner Kamal A. (26) und der Algerier Abdnur B. (41) - sollen zwar nicht in direktem Kontakt zum Pariser Terrornetzwerk gestanden sein; sie sollen jedoch enge Verbindungen mit Adel H. und Muhammad U. gehabt haben. Gegen die am 18. Dezember gefassten Männer dürfte die Staatsanwaltschaft wohl bald Anklage erheben. Und zwar wegen des Verdachts der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung, konkret an der Terrormiliz ,Islamischer Staat' (Paragraf 278b Strafgesetzbuch). Strafdrohung: ein Jahr bis zu zehn Jahre Haft.

In Salzburg sitzen zudem noch zwei syrische Terrorverdächtige im Gefängnis. Auch diese beiden Männer waren als Flüchtlinge deklariert nach Salzburg gekommen. Einer davon - ein im Oktober gefasster, nicht geständiger 29-jähriger Syrer - wurde am Landesgericht bereits zu zwei Jahren Haft verurteilt (nicht rechtskräftig). Laut dem Richterspruch vom 6. Juni hatte der nicht geständige 29-Jährige in seiner Heimat eine andere Terrororganisation, nämlich die Al-Nusra-Front (bis vor Kurzem der syrische Ableger des Terrornetzwerks Al Kaida), unterstützt. Gegen den zweiten Syrer - 22 Jahre alt und im September festgenommen - liegt bereits seit Längerem eine jetzt rechtskräftig gewordene Anklage vor: Er habe sich demnach spätestens im Herbst 2014 in seiner syrischen Heimat dem IS angeschlossen.

Konkret soll der im Ermittlungsverfahren ebenfalls nicht geständige 22-Jährige bis Ende Jänner 2015 für den IS "als Wachsoldat und bewaffneter Kämpfer" gedient haben. Ermittler sollen auf Handy und Tablet des Angeklagten IS-Propagandamaterial und Bilder gesichert haben, die die "positive Haltung" des Angeklagten gegenüber der Terrormiliz belegten.

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