Chronik

Aufräumarbeiten nach Unwettern im ganzen Land voll angelaufen

Nach dem Starkregen und den Gewittern am Wochenende atmeten am Montag die Einsatzkräfte auf.

Die Hochwassersituation hat sich am Montag im ganzen Bundesland entspannt, nachdem der Regen in der Nacht aufgehört hatte. Jetzt heißt es Aufräumen. Vorrangig werden die Wildbachsperren freigeräumt, um weitere Katastrophen zu verhindern.

Die Sperre der B99 Katschberg Straße über den Tauern ist mittlerweile aufgehoben worden, die L109 Großarler Landesstraße ist bereits seit Montag in der Früh einspurig befahrbar und per Ampel geregelt.

Großarltal war von Umwelt abgeschnitten

Am Wochenende kam keiner auf dem Straßenweg ins Großarltal hinein und keiner heraus. Eine riesige Mure hatte die L109 im Ortsteil Schied verschüttet. Die Einsatzkräfte schafften es, über Nacht die Straße freizubaggern.

Touristen warteten in Großarl auf die Heimreise, die anderen auf der anderen Seite der Mure auf ihre Fahrt in den Urlaub. Notfallpatienten mussten mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden. Die Erleichterung im Tal war Montag in der Früh groß, als ihre "Lebensader" wieder von der Feuerwehr freigegeben wurde.

Die Bezirkshauptmannschaft St. Johann forderte zur Unterstützung und zur Beseitigung von Unwetterschäden 35 Soldaten der Krobatin-Kaserne an. Seit Montagmittag steht das Bundesheer im Assistenzeinsatz bis zum Wochenende.

ZAMG-Direktor Michael Staudinger über Wetterextreme

900 Feuerwehrleute im Einsatz

Am Wochenende waren rund 30 Salzburger Gemeinden von Unwettern betroffen. Bis zu 900 Feuerwehrleute standen im Einsatz. Allein im Lungau waren am Sonntagabend noch zehn Feuerwehren im Aufräumeinsatz.

Am Montag starteten Experten mit der Erkundung der betroffenen Gebiete. Das Großarltal ist seit Montag 5 Uhr wieder erreichbar - und zumindest auf einer Fahrbahn ist die Straße befahrbar. Die Kolonnen am Montagmorgen waren daher entsprechend lang.
"Aus dem Katastrophenfonds des Landes werden für die betroffenen Regionen die notwendigen Gelder für Sofortmaßnahmen zur Verfügung gestellt. Die bestehenden Schutzbauten im Großarltal und im Gasteinertal haben sich bewährt und weit Schlimmeres verhindert", sagte Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP).

Mure beschädigt Haus in Viehhofen

Am Sonntagabend war es in Viehhofen noch zu einem Murenabgang gekommen. Die Erd- und Geröllmassen drangen hangseitig gegen 17.20 Uhr durch zwei Dachfenster in das Innere des Hauses ein.

Zwei Räume wurden stark beschädigt. Verletzt wurde durch den Murenabgang niemand. Die Freiwillige Feuerwehr Viehhofen war mit 25 Mann und vier Fahrzeugen vor Ort. Um die Erdmassen zu beseitigen wurden zwei Kettenbagger herbeigeschafft.

Hochwasseralarm in Mittersill: Pegel bei 4,6 Metern

In Mittersill wurde am Sonntagabend Hochwasseralarm ausgelöst. Die Salzach schwoll gefährlich schnell an. Der Höchststand des Pegels lag um 18.30 Uhr bei 4,6 Metern. Als erste Maßnahme wurde die Bahnstrecke der Pinzgauer Lokalbahn gesperrt.

Die Feuerwehr setzte die Dammbalkenverschlüsse ein und positionierte ihre Mannschaften von Rettenbach bis in die Stampferau. Auch ein Lkw mit Kran wurde an der Salzachbrücke in Stellung gebracht. Ab 20 Uhr entspannte sich die Lage wieder. Die Einsatzmaßnahmen konnten aufgehoben werden.

(SN)

Aufgerufen am 23.06.2018 um 11:48 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/aufraeumarbeiten-nach-unwettern-im-ganzen-land-voll-angelaufen-16048066

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