Chronik

Aus einem Hobby wurde Stadtbrennerei

Früher stellte Rainer Bebek aus dem eigenen Obst Most her. Weil die Mengen immer größer und der Platz zu wenig wurde, griff er zur Destille.


Optimal gereifte Früchte, saubere Arbeit, Gespür für die richtigen Temperaturen im Gärprozess und viel Zeit - das sind die Hauptzutaten für Rainer Bebek beim Schnapsbrennen. "Und eine sensible, trainierte Nase, um Vor- und Nachlauf exakt vom Destillat trennen zu können."

Jede Menge Goldmedaillen neben den eleganten Flaschen im Brennraum sprechen eine klare Sprache. "Von den Obstbränden 2017 habe ich 14 Sorten eingeschickt und alle wurden ausgezeichnet", berichtet er nicht ohne Stolz. "Hochwertige Brände herzustellen, das ist mein klares Ziel", fügt er an. Gleichzeitig will er die Konsumenten so weit aufklären und sensibilisieren, dass sie nur mehr hohe Qualität verlangen. "Schnaps, insbesondere Obstler, hat historisch bedingt einen sehr schlechten Ruf. Dabei kann gerade Obstler ein unglaublich feines, vielschichtiges Aroma bieten." Er verarbeitet die Früchte aus dem Obstgarten seines Vaters und das, was Nachbarn oder Bekannte vorbeibringen. "Sobald vier Kisten beisammen sind, kann ich mit der Maische beginnen."

Ausbildung zum Edelbrand-Sommelier

Früher hat er das Obst vermostet, aber dafür wurde der Platz in seinem Elternhaus zu klein. "Destillieren hat mich immer schon interessiert und so habe ich die Ausbildung Edelbrand-Sommelier begonnen." Seit vier Jahren brennt er mit seiner modernen Anlage, die ihm die gewünschte Qualität liefert.

Rund 1000 Flaschen, hauptsächlich 0,35-Liter, füllt der gelernte Bautechniker und Gesellschafter einer Flachdach-Firma in Salzburg pro Jahr ab und verkauft sie direkt, übers Internet oder im "s'Fachl" in der Kaigasse. "Mein Beruf fordert mich ordentlich, das Brennen ist daher mein Ausgleich. Obwohl die Nachfrage da ist, möchte ich nicht größer werden. Denn da müsste ich Arbeiten auslagern und kann nicht mehr die Qualität garantieren, die ich mir selbst auferlegt habe."

Seine Produkte aus Apfel, Birne, Zwetschke, Marille und Kirschen, sowie Gin, Rum, Bierbrand, Zirbenlikör und Fichtenwipfelgeist will er hauptsächlich von den Salzburgern getrunken und genossen wissen. "Sie sollen sich darüber freuen und darüber reden", wünscht er sich.

Aufgerufen am 14.12.2018 um 06:17 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/aus-einem-hobby-wurde-stadtbrennerei-26800810

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