Chronik

Auto, Öffis, Fahrrad oder zu Fuß: Wie sind die Salzburger unterwegs?

Welche Verkehrsmittel die Salzburger wählen, um von A nach B zu kommen, wurde neu erhoben. Das Auto dominiert, Öffis und Rad werden seltener genutzt.

Der Durchschnittsösterreicher fährt im Vergleich zu vor 20 Jahren mehr Auto, aber ebenso mehr mit den Öffis und mit dem Rad - nur zu Fuß legt er seine Wege weniger häufig zurück. So fasste Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) die Resultate der Mobilitätserhebung "Österreich unterwegs" zusammen. Die Zahlen, die eben präsentiert wurden, stammen allerdings aus dem Jahr 2013/2014.

Die Salzburger legen werktags 19 Prozent der Wege zu Fuß zurück, neun Prozent per Fahrrad, 11 Prozent mit den Öffis, 60 Prozent mit dem Auto oder einer Mitfahrgelegenheit. Bei der letzten Salzburger Erhebung 2012 wurden die Öffis mit 12 Prozent noch ein wenig stärker genutzt. Auch das Fahrrad (elf Prozent) war beliebter. Dafür wurden mit 17 Prozent weniger Wege zu Fuß zurückgelegt.

Ein Vergleich: In Vorarlberg wird am häufigsten Fahrrad gefahren. 16 Prozent aller Wege werden dort per Rad zurückgelegt. "Interessant ist der große Unterschied zwischen den raumstrukturell relativ ähnlichen Bundesländern Salzburg mit neun und Kärnten mit vier Prozent", steht in der Studie.

Die Salzburger legen im Schnitt 40 Kilometer pro Werktag zurück und sind auf 39 Prozent ihrer Alltagswege zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. "Im Land Salzburg ist der Verkehrsaufwand für die Bevölkerung etwas geringer als im Österreich-Schnitt. Und Salzburg hat gemeinsam mit Tirol den dritthöchsten Anteil bei den umweltfreundlich zurückgelegten Alltagswegen. Aber der Anteil der mit dem Auto gefahrenen Strecken ist hoch", fasst VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen die Ergebnisse zusammen.

Stadt-Land-Gefälle

Österreichweit enorm fielen die Unterschiede im Vergleich Stadt und Land aus, hier haben sich die Tendenzen in den vergangenen zwanzig Jahren noch verschärft: Denn während im ländlichen Raum der motorisierte Individualverkehr überwiegt, sind es in der Stadt die Öffis. So legt der durchschnittliche Landbewohner an Werkstagen 56 Prozent seiner Wege mit Pkw oder Motorrad zurück, das stieg innerhalb von 20 Jahren um ein Viertel. In Wien wiederum dominiert der Öffentliche Verkehr und stieg ebenfalls um ein Viertel. 38 Prozent der Wege werden hier mit Öffis zurückgelegt, 25 im motorisiertem Individualverkehr.

Die Entwicklung im ländlichen Raum ist durch eine fortlaufende Entleerung der Ortskerne geprägt, Einkaufszentren am Ortsrand führten dabei dazu, dass für Anrainer längere Wegstrecken erforderlich wurden. Die Rahmenbedingungen haben sich dahin gehend geändert, dass Zersiedelung und Speckgürtel zugenommen haben.

Das ist mit eine Erklärung dafür, dass bei einem Bevölkerungswachstum von sieben Prozent seit 1995 die Gesamtverkehrsleistung um ganze 33 Prozent gestiegen ist. Die durchschnittliche Tagesfahrleistung an einem Werkstag liegt nun bei 285 Millionen Kilometern, knapp über 160 davon werden davon per motorisiertem Individualverkehr zurückgelegt.

Viele Wege werden gefahren, wenige gegangen

Pro Tag werden vom Durchschnittsösterreicher so inzwischen 34 Kilometer vor allem gefahren und lediglich zu einem sehr kleinem Teil gegangen, das sind sechs Kilometer mehr als 1995. Dabei zeigt sich auch, dass die Österreicher in den fast zwei Jahrzehnten durch die Motorisierung schneller wurden, denn die tägliche "Unterwegszeit" ist mit 70 Minuten gleich geblieben.

Die aktuelle Erhebung fand im Zeitraum von Oktober 2013 bis Oktober 2014 statt. Dabei wurden österreichweit über 17.000 Haushalte mit mehr als 38.000 Personen an zwei Stichtagen befragt. Nachdem bei der ersten Untersuchung 1995 nur Werktage im Herbst abgefragt worden sind, wurden für den Vergleich bei der jetzigen Studie ebenfalls diese Zeiträume herangezogen.

Quelle: SN/Apa

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