Chronik

Bankomat in Leogang gesprengt - Polizei schnappt Bande aus Rumänien

Vier Bankomaten sind im Vorjahr in Westösterreich (darunter einer in Leogang) von vorerst Unbekannten gesprengt und geplündert worden. Aus den Unbekannten wurden nun drei bekannte Tatverdächtige aus Rumänien. Das Trio sitzt in Haft. Der Schaden beträgt mehr als 40.000 Euro.

Tatortfoto nach der Bankomatsprengung am 29. Mai 2020 in Leogang. SN/polizei salzburg
Tatortfoto nach der Bankomatsprengung am 29. Mai 2020 in Leogang.

Betroffen von den zwischen Mai und Juni 2020 verübten Coups waren Banken in Tirol, Salzburg und Vorarlberg, und zwar Weer (13. Mai), Hopfgarten (20. Mai), Leogang (29. Mai) und Bludesch (3. Juni).

Konkret stehen nun die drei rumänischen Staatsangehörigen im Alter von 30 bis 43 Jahren im Verdacht, jeweils den an den Außenfassaden der Gebäude montierten Bankomaten mit einem noch nicht klassifizierten Sprengstoff geknackt zu haben.

Alle drei Männer seien mittlerweile festgenommen worden, sagte Katja Tersch, Leiterin des in Österreich ermittelnden Tiroler Landeskriminalamts, den SN.

Der Coup in Hopfgarten (Tirol) in der Nacht auf Mittwoch, 20. Mai 2020. SN/APA/ZOOM.TIROL
Der Coup in Hopfgarten (Tirol) in der Nacht auf Mittwoch, 20. Mai 2020.

Der 30-jährige Mann sei in Vorarlberg gefasst worden, aufgrund eines Auslieferungsantrags der Schweiz sitze er nun bei den Eidgenossen in Untersuchungshaft. Bei dem Coup in Bludesch konnten die Ermittler DNA-Spuren sicherstellen, diese ergaben in den der Polizei international zur Verfügung stehenden Datenbanken den entscheidenden Hinweis auf die Identität der Gesuchten. Die drei Rumänen sind mithin schon geraume Zeit im Geschäft.

Bild: SN/APA/BRIGITTE FORSTER
Der Ermittlungserfolg ist nicht nur auf die gute Zusammenarbeit der Landeskriminalämter zurückzuführen, sondern auch auf die gute internationale Vernetzung.
Katja Tersch, Leiterin des LKA Tirol

Die beiden älteren Komplizen gingen der Polizei unmittelbar nach einem Coup in Dänemark ins Netz. Der Aktionsradius der Bande war somit beträchtlich. Die Festnahmen der Verdächtigen erfolgten bereits im Juni des Vorjahres, die kriminalistische Kleinarbeit (Vergleich der Spurenlage an vier Tatorten, Anfragen der österreichischen Ermittler in anderen europäischen Ländern) dauerte in den Folgemonaten an.

Drei der Geldautomaten wurden nach den Sprengungen geplündert, lediglich der Bankomat in Bludesch hielt dem brutalen Zugriff stand. Über die Summe des erbeuteten Geldes hielt sich die Polizei bedeckt. Bei allen vier Tatausführungen verursachte die Wucht der Explosionen jedenfalls Sachschaden in Höhe von 40.000 Euro an den Gebäuden und den verbauten Gerätschaften. Menschen blieben zum Glück unverletzt.

Beginnend mit den akribischen Ermittlungen zu den Verbindungen der vier Sprengungen in Westösterreich und zeitgleichen Anfragen in europäischen Nachbarländern ergab sich der Verdacht auf die nunmehr tatverdächtigen Personen.

Tersch betonte, dass der Ermittlungserfolg auf die gute Zusammenarbeit nicht nur der in Österreich beteiligten Landeskriminalämter zurückzuführen sei, sondern auch auf die gute internationale Vernetzung der Polizeidienststellen.

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