Chronik

Baum aus Lend soll am Wiener Rathausplatz für Weihnachtsstimmung sorgen

Die 130 Jahre alte und 32 Meter hohe Fichte wird den bekanntesten Christkindlmarkt der Bundeshauptstadt schmücken.

In Embach (Gemeinde Lend) ist Mittwochvormittag jene 32 Meter hohe Fichte gefällt worden, die den Christkindlmarkt am Wiener Rathausplatz schmücken soll. Fast fünf Minuten dauert es, bis sich die Motorsäge mit dem 45 Zentimeter langen Schwert durch den 85 Zentimeter dicken Stamm gearbeitet hat - trotz des Einsatzes dieses hochleistungsfähigen Geräts "doch auch körperlich anstrengend", sagt der Schlägerungsunternehmer Christian Röck.

Schon eineinhalb Stunden vor dem Starten der Motorsäge begannen die Vorbereitungen: Das Hauptaugenmerk lag darauf, die Fichte zu schonen. Denn: "Der Baum darf beim Fällen und beim Transport nicht beschädigt werden", sagt Hubert Schilcher von der Landschaftlichen Forstverwaltung Pinzgau. Das soll der Einsatz zweier Kräne sicherstellen. Der erste fixiert den Baum bereits beim Sägen. Der zweite hält den Stamm dann am unteren Ende fest. Zusammen heben sie die "Ernte" dann auf einen Lader. Zur Sicherheit wird die Agrargemeinschaft rund 150 Äste als Ersatz mitliefern. Die Äste wurden anderen Bäumen des Waldes entnommen und werden, falls die auserwählte Fichte doch beschädigt wird, im Nachhinein eingebohrt.

Der Transport darf die Höhe von vier Metern nicht überschreiten, und zwar wegen der Oberleitungen in Wien. "Deshalb müssen wir den Baum schonend einpacken", erklärt Schilcher. Astreihe für Astreihe wird mit einem Gurt festgebunden, während der Baum am Kran hängt. Alle Arbeiten zusammen werden den ganzen Tag in Anspruch nehmen. Für den Transport müssen noch Zäune umgelegt und Viehsperren abmontiert werden. Schon vorher wurden Wege aufgeschottert und die Einfahrt zum Gut verbreitert.

Neben einer fein gestalteten Widmungstafel des Landes Salzburg ließ die Embacher Wald- und Weidegemeinschaft auch eine Stammscheibe anfertigen. Dieses Stück Holz ist eine zehn Zentimeter dicke Scheibe, geschnitten aus der 130 Jahre alten Fichte. Sie wird geschliffen, poliert und eingeölt, schließlich muss sie sechs Wochen im Freien Wind und Wetter standhalten und dabei eine saubere Optik bewahren. Darauf werden kleine Holzplättchen genagelt. Diese sind mit den markanten Jahreszahlen und -ereignissen aus dem Leben des "stämmigen Pinzgauers" handbeschriftet - darunter auch das Jahr 1989, der Amtsantritt des damaligen Landeshauptmanns und Embacher Bürgers Hans Katschthaler.

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