Chronik

Beisitzende Richterin erkrankt: Megaprozess um Handel mit Millionen Captagonpillen muss neu gestartet werden

Der Mitte Dezember eröffnete Salzburger Megaprozess gegen 14 Angeklagte wegen mutmaßlichen Handels mit 13,8 Millionen Stück Captagontabletten steht unter keinem guten Stern.

14 Angeklagte müssen sich seit Mitte Dezember 2021 in Salzburg wegen riesigen Suchtgifthandels vor einem Schöffensenat verantworten.  SN/APA/BARBARA GINDL
14 Angeklagte müssen sich seit Mitte Dezember 2021 in Salzburg wegen riesigen Suchtgifthandels vor einem Schöffensenat verantworten.

Erst wurde kurz vor Prozessbeginn bekannt, dass ausgerechnet der Kronzeuge des Verfahrens, auf dem die Anklage zum Großteil basiert, mit einer Arabisch-Dolmetscherin liiert ist, die im Ermittlungsverfahren Tausende von abgehörten Telefonaten der Angeklagten übersetzte. Was bereits eine neuerliche Übersetzung von Telefonüberwachungsprotokollen nötig macht und damit eine Verfahrensverzögerung bedeutet.

Am Donnerstag wurde nun bekannt, dass die beisitzende Richterin in dem Schöffenprozess auf unbestimmte Zeit krankgeschrieben ist - laut schriftlicher Mitteilung der Vorsitzenden Richterin an die Verteidiger sei deren "Rückkehr nicht absehbar". Vor diesem Hintergrund muss nun eine neue Richterin als Beisitzerin fungieren. Dies, so heißt es in dem Schreiben an die Verteidiger weiters, mache "eine Neudurchführung der Verhandlung (...) erforderlich". Die bereits angesetzten Prozesstermine in der kommenden Woche bleiben hiezu aufrecht.

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