Chronik

Berechtigte Notwehr einer Polizistin

Die Staatsanwaltschaft Salzburg stellte jetzt das Ermittlungsverfahren gegen eine 30-jährige Beamtin ein. Die Frau hatte sich bei einem Vorfall außerhalb des Dienstes gegen Attacken eines Somaliers gewehrt.

Berechtigte Notwehr einer Polizistin SN/Copyright by: FRANZ NEUMAYR Pres
Symbolbild.

Der Fall sorgte in der Öffentlichkeit für Aufregung und in der Folge auch für Unmut innerhalb der Polizei.

Faktum ist: Ein 19-jähriger Somalier steht in dringendem Verdacht, am 31. Juli gegen sechs Uhr früh in Salzburg-Liefering eine 30-jährige Polizistin außer Dienst nahe ihrer Wohnung attackiert zu haben. Einem Zeugen zufolge lag der Asylbewerber damals auf der am Hinterkopf bereits stark blutenden Frau. Zudem habe der Afrikaner die Polizistin, die zuvor ein Lokal besucht hatte, am Boden fixiert. Die 30-Jährige wehrte sich laut Zeugen heftig. Kurze Zeit später konnte eine Polizeistreife den Somalier festnehmen. Er wurde tags darauf allerdings wieder aus dem Polizeianhaltezentrum entlassen und auf freiem Fuß angezeigt.

Die Polizistin musste am Kopf genäht werden

In der Folge leitete die Staatsanwaltschaft jedoch nicht nur gegen den Somalier ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung ein, sondern auch gegen die Polizistin. Am Freitag wurde das Verfahren gegen die Frau nun aber eingestellt, wie Robert Holzleitner, Sprecher der Staatsanwaltschaft, auf SN-Anfrage betonte: "Im Fall der Frau besteht nach den uns nunmehr vorliegenden Ermittlungsergebnissen kein tatsächlicher Grund zur weiteren Verfolgung. Im Hinblick auf die Verletzungen, die der Somalier erlitt (Schwellung im Gesicht und Hämatome, Anm.), handelte die Frau in berechtigter Notwehr." Im Fall des Asylbewerbers ermittelt die Behörde weiter wegen Körperverletzung. Und auch wegen eines möglichen Sexualdelikts, ergänzte Holzleitner. Dem Vernehmen nach geht es dabei um versuchte Vergewaltigung.

Rechtsanwalt Kurt Jelinek, er vertritt die Polizistin, ist froh, dass die Ermittlungen gegen seine Mandantin vom Tisch sind: "Der Somalier hat der Frau damals bereits auf der Heimfahrt im O-Bus nachgestellt, ist ihr dann bis vor ihre Wohnung gefolgt, wo er sie brutal attackiert hat. Meine Mandantin erlitt infolge der Tätlichkeiten des Beschuldigten unter anderem eine klaffende Wunde am Kopf, die mit neun Stichen genäht werden musste." Opferanwalt Jelinek begrüßt, "dass die Staatsanwaltschaft jetzt rasch gearbeitet und das Verfahren völlig zu Recht eingestellt hat".

Somalier soll auch einen räuberischen Diebstahl verübt haben

Der in einem Flüchtlingsheim wohnende Somalier - er kam 2014 nach Salzburg - hat laut polizeilichen Ermittlungen am 24. August erneut Straftaten verübt. In einer Tankstelle nahe des Hauptbahnhofs entnahm er eine Flasche Wodka und ein Cola aus dem Regal. Als er den Shop ohne zu bezahlen verlassen wollte, wurde er von Angestellten aufgehalten. Der Somalier habe daraufhin eine volle Bierflasche geschnappt und gegen einen Mitarbeiter gerichtet. Die diesbezüglichen Ermittlungen laufen wegen versuchten, möglicherweise auch räuberischen Diebstahls. Dem nicht genug, soll er vor der Tat auch noch ein Fahrrad gestohlen haben. Gerichtlich ist der Somalier bisher unbescholten.

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