Chronik

Bernhard Tritscher: "Ich kämpfe weiter"

Langläufer Bernhard Tritscher badet die Auswirkungen des Doping-Skandals aus. Aufgeben? Fehlanzeige!

Bernhard Tritscher denkt nicht ans Aufgeben: „Ich will wieder unter die Top-Ten. Jetzt erst recht.“ SN/sw/andreas rachersberger
Bernhard Tritscher denkt nicht ans Aufgeben: „Ich will wieder unter die Top-Ten. Jetzt erst recht.“

"Und wiederum muss ich bzw. müssen wir die Suppe, die uns andere eingebrockt haben, auslöffeln." Für Bernhard Tritscher war Ende Februar bei der nordischen WM in Seefeld mit einem Schlag alles anders. "Der Imageschaden für den Langlauf-Sport ist extrem", sagt der 31-jährige Saalfeldener. Noch heute blickt er erschüttert auf den Tag zurück, als seine ÖSV-Teamkollegen Max Hauke und Dominik Baldauf des Dopings überführt wurden. Wieder wurde sämtliche Glaubwürdigkeit, an der nach dem Skandal im Jahr 2014 rund um Johannes Dürr mühsam gearbeitet wurde, eliminiert.

"Die finanziellen Einbußen, die solche Dopingfälle nach sich ziehen, sind für einen sauberen Sportler eigentlich nur traurig". So sei etwa die Kopfsponsorensuche "so gut wie aussichtslos". Rücktrittsgedanken hat Tritscher aber schnell verworfen. Zum einen, "weil das kein gutes Bild auf mich geworfen hätte", zum anderen, "weil mir der Sport einfach sehr viel Spaß macht. Den lasse ich mir von anderen nicht verderben." Nur: Die Vorbereitung für die nächste Weltcup-Saison ist steiniger denn je. Anfang Juli gab der ÖSV bekannt, dass die Sparte Langlauf ausgegliedert wird. Anstelle von Nationalkadern gibt es künftig Fördergruppen. Die Verantwortung für die auf Weltcup-Niveau agierende Fördergruppe I wird an den neu gegründeten "Verein zur Förderung des Langlaufsports" übertragen. Dieser ist unter der Leitung von Alois Stadlober für die Abwicklung des kompletten Trainings- und Wettkampfprogramms inklusive Betreuung und Service zuständig. Der Verein erhält vom ÖSV gedeckelte finanzielle Beiträge und Ausrüstungsunterstützung. Prinzipiell sieht die neue Struktur die Nachwuchs- und Jugendförderung (bis U23) im Vordergrund.

Tritscher ist in seinem Alter allein auf weiter Flur, scheint unter wesentlich Jüngeren aktuell in der Fördergruppe II auf. Seine Auftritte im Weltcup würden finanziert, sagt der Pinzgauer, viele sonstige "Zuckerln", vom Höhen-Trainingslager bis hin zum Physiotherapeuten, suche man nun aber vergebens. An einen zweiwöchigen Juni-Trainingsblock auf Schnee in Norwegen, wie es im vergangenen Jahr noch möglich war, sei heuer gar nicht zu denken gewesen.

Um ein Wörtchen unter den Besten mitzureden, um wieder Top-Zehn-Platzierungen im Weltcup und bei Großereignissen abzuliefern, dafür will Tritscher nun via Internet-Plattform "I believe in you" ein zusätzliches Saisonbudget in Höhe von 10.000 Euro aufstellen. Die Aktion läuft noch 60 Tage lang, Anfang der Woche hatte er bereits über 3000 Euro beisammen. "Seit Beginn meiner sportlichen Karriere stehe ich für den sauberen Skilanglaufsport. Mit Eurer Unterstützung möchte ich diesen Weg allen Widerständen zum Trotz weitergehen", schreibt er auf der Homepage. Das Motto: "Jetzt erst recht". Der Fahrplan: "Bis zu den Olympischen Spielen 2022 auf Top-Niveau weiterkämpfen." Unterstützen kann man seine sportlichen Ambitionen auf www.ibelieveinyou.at (Suche "Bernhard Tritscher").

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