Chronik

Betriebe halten Hallein die Treue

Die Bezirkshauptstadt ist als Wirtschaftsstandort gefragt. Mehrere innovative Betriebe bauen aus.

Josef Moser (Advanced Engineering ), Uwe Zeise (Bosch), Horst Rettenbacher (Emco), René Jung (JES), Bgm. Gerhard Anzengruber, Jörg Harbring (Austrocel), Stefan Hansch (Emco) und Vizebgm. Max Klappacher (v. l.) setzen auf den Standort Hallein.  SN/sw/strübler
Josef Moser (Advanced Engineering ), Uwe Zeise (Bosch), Horst Rettenbacher (Emco), René Jung (JES), Bgm. Gerhard Anzengruber, Jörg Harbring (Austrocel), Stefan Hansch (Emco) und Vizebgm. Max Klappacher (v. l.) setzen auf den Standort Hallein. 

Die Geschichte Halleins als Wirtschaftsstandort gleicht einer Hochschaubahn. Das Ende der Salzgewinnung 1989 sorgte ebenso für Krisenstimmung wie zwanzig Jahre später das Ende der Papierproduktion. In den vergangenen Jahren ging es allerdings stetig bergauf. Heute ist der Bezirk Hallein jener mit der geringsten Arbeitslosigkeit im Bundesland Salzburg (2017: 4,7 Prozent). Große Unternehmen wie Austrocel, Emco oder Bosch bleiben dem Standort treu und auch kleinere Hightech-Firmen wie JES Elektrotechnik oder Advanced Engineering erweitern im Gemeindegebiet. Wer aber sind diese Unternehmen überhaupt? Die TN geben einen Überblick.

Emco GmbH

Das Unternehmen mit rund 400 Mitarbeitern am Standort Taxach zählt zu den führenden Werkzeugmaschinen-Herstellern Europas. Gegründet 1947, exportiert Emco heute 85 Prozent seiner Maschinen. Die Emco-Maschinen fertigen weltweit Teile von ganz klein (z. B. Zahnimplantate) bis ganz groß (z. B. Schiffsschrauben). Erst kürzlich wurde Emco Indien gegründet, auch eine Niederlassung in Mexiko ist in Planung. Nach 177 Mio. Euro im Vorjahr macht das Unternehmen heuer rund 200 Mio. Euro Umsatz. "Bis 2023 wollen wir 300 Millionen Euro Umsatz im Jahr machen", sagt Emco-Group-Geschäftsführer Stefan Hansch.

Bosch AG

Halleins größter Arbeitgeber ist weltweit führender Anbieter von Diesel-Einspritzsystemen für Großmotoren (z. B. für Schiffe, Land- und Schienenfahrzeuge). Weiters produziert Bosch Systeme zur Emissionsreduzierung bei Nutzfahrzeugen. An den beiden Standorten in Neualm und Rif beschäftigt das Unternehmen 1100 Mitarbeiter. Rund 50 Lehrlinge sind in den verschiedensten Einsatzfeldern tätig. Weltweit macht die Robert Bosch AG mit rund 400.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 78 Milliarden Euro. "An Hallein schätzen wir auch die unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Stadt", sagt Geschäftsführer Uwe Zeise.

Austrocel

Aus Schweighofer Fiber wurde im Vorjahr Austrocel. Der Hersteller von Zellulose für die Textilindustrie ist Marktführer in China. Zudem ist Austrocel Lieferant von Bioenergie und versorgt 26.000 Haushalte mit "grünem" Strom und 14.000 Haushalte mit Fernwärme. Die Zahl von derzeit 250 Mitarbeitern soll mittelfristig bis auf 280 wachsen. "Wir wollen unsere Produktion von derzeit 160.000 Tonnen auf 185.000 Tonnen steigern", sagt Geschäftsführer Jörg Harbring.

Advanced Engineering

Mit 15 Mitarbeitern erwirtschaftet der Halleiner Hersteller von Fertigungstechnologien für die Elektronikindustrie derzeit rund fünf Millionen Euro Umsatz. Nahezu jede für Smartphones, Tablets oder Rasierer benötigte Platine läuft mittlerweile über Anlagen von Advanced Engineering. Nach der bereits fixierten Übersiedlung auf das Areal der früheren Almbacharena sollen weitere Mitarbeiter eingestellt werden.

JES Elektrotechnik

Das 1990 in Hallein gegründete Unternehmen entwickelt Umweltsensoriklösungen für Verkehrsanwendungen wie Tunnels oder Tiefgaragen. In fast allen österreichischen Tunnels sorgt das Unternehmen für saubere Luft und ausreichende Beleuchtung. Damit ist JES Marktführer im deutschsprachigen Raum. Vom neuen Standort aus in direkter Nachbarschaft zu Advanced Engineering will JES zum Weltmarktführer werden.

Aufgerufen am 23.11.2020 um 10:51 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/betriebe-halten-hallein-die-treue-61623595

Kommentare

Schlagzeilen