Chronik

Betrüger nahmen betagter Salzburgerin 65.000 Euro ab

Eine 82-Jährige sollte die Kaution für eine angebliche Enkeltochter nach einem Verkehrsunfall zahlen. Eine Unbekannte hatte sich als Polizistin ausgegeben.

Symbolbild. SN/robert ratzer
Symbolbild.

Eine Gruppe von Betrügern hat am Dienstagnachmittag eine betagte Salzburgerin um 65.000 Euro gebracht. Eine Unbekannte gab sich am Telefon gegenüber der 82-Jährigen als Polizistin aus und behauptete, dass ihre Enkelin einen Verkehrsunfall verursacht und dabei einen Luxuswagen schwer beschädigt habe. Um eine Inhaftierung der Enkeltochter zu verhindern, sei eine Kaution zu zahlen.

Die falsche Polizistin übergab den Hörer dann an die vermeintliche Enkelin, die ihrer "Großmutter" mit weinerlicher Stimme den Sachverhalt bestätigte und die Oma um Hilfe ersuchte, berichtete die Landespolizeidirektion am Mittwoch. Die 82-Jährige wurde misstrauisch und wollte einen Vorgesetzten der angeblichen Beamtin sprechen. Daraufhin wurde das Telefon erneut weitergegeben, und ein Mann meldete sich als Beamter einer Polizeiinspektion in Salzburg. Der Mann forderte die Frau erneut zur Zahlung der Kaution auf, die in Lehen an einen "Gutachter" zu übergeben sei.

Die Maschen der Telefonbetrüger

Die 82-Jährige ging schließlich zur Bank und hob die 65.000 Euro ab. Beim vereinbarten Treffpunkt übergab sie den Betrag an einen unbekannten Mann. Als sie wieder zuhause war, erhielt sie erneut einen Anruf von der "Polizeiinspektion". Dabei wurde ihr mitgeteilt, dass eine Haft abgewendet werden konnte und die Enkelin heimgebracht werde. Daraufhin kontaktierte die Salzburgerin ihre Tochter und schilderte den Vorfall. Diese riet ihr, sofort Anzeige bei der echten Polizei zu erstatten, was die Frau dann auch tat.

Der "Gutachter", der das Geld entgegennahm, soll eher klein und ungefähr 45 Jahre alt sein und über eine korpulente Statur verfügen. Er hatte helle Hautfarbe und war mit einer grauen Jacke, beigen Hose, einer Kappe und schwarzen Schuhen bekleidet. Das Geld verstaute er in einer schwarzen Umhängetasche.

Die Polizei rät, im Fall solcher oder ähnlicher Anrufe unverzüglich das Gespräch zu beenden und die Polizei zu verständigen. Außerdem sollte parallel der Sachverhalt im eigenen Umfeld überprüft werden. Außerdem empfiehlt die Polizei, insbesondere ältere Personen auf diese oder ähnliche Gefahren aufmerksam zu machen.

Bereits vor zwei Wochen gaben sich Betrüger als Polizisten aus

Bereits vor zwei Wochen war es zu ähnlichen Betrugsfällen gekommen: Zwei Frauen in der Stadt Salzburg fielen auf Betrüger herein, die sich als Polizisten ausgegeben und eine Notlage einer vermeintlichen Angehörigen vorgetäuscht hatten. Eine 86-Jährige übergab einem Unbekannten Schmuck und Bargeld im Wert von rund 35.000 Euro, eine 80-Jährige ebenfalls Schmuck und Bargeld im Wert von rund 60.000 Euro.

Die Betrugsmasche war in beiden Fällen die gleiche. Ein unbekannter Anrufer forderte von den Frauen die Herausgabe von fast 100.000 Euro, um ihren Töchtern eine Haftstrafe nach einem verursachten Verkehrsunfall zu ersparen. Dann tauchte ein Mann an der Wohnadresse der Opfer auf.

Im Fall der 86-Jährigen am Mittwochnachmittag hat ein glücklicher Umstand die Frau vor einem noch größeren finanziellen Schaden bewahrt. Nachdem der Unbekannte nach Aushändigung des Bargeldes und des Schmuckes im Gesamtwert von rund 35.000 Euro noch mehr Geld gefordert hatte, fuhren die Pensionistin und der Mann in einem Taxi zu einem Geldinstitut. Auf dem Weg dorthin trafen sie zufällig die Tochter der Frau. Zu einer weiteren Geldübergabe kam es nicht mehr. Für die Salzburgerin war klar, dass der etwa 40-Jährige gelogen hatte. Er machte sich aus dem Staub.

Einen Tag darauf forderte ein Anrufer 80.000 Euro von der 80-jährigen Pensionistin. Im Hintergrund hörte die Frau eine weinerliche, weibliche Stimme. Sie war der Meinung, es handelte sich um ihre Tochter. Sie hob Bargeld ab und übergab dem Unbekannten bei einem vereinbarten Treffpunkt das Geld und auch ihren Schmuck im Gesamtwert von rund 60.000 Euro. Am selben Tag meldeten drei weitere Personen der Polizei in der Stadt Salzburg solche Fälle. Diese blieben aber beim Versuch, weil es zu keinen Geldübergaben gekommen war.

Quelle: SN

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