Chronik

Bettellobby schreibt Offenen Brief an "Tatort"

Tatort-Folge "Klingelingeling" über die "Bettelmafia" empört auch Salzburger Aktivisten. Sie verlangen eine Klarstellung im Fernsehen.

Kritik an einer Tatort-Folge kommt von der Salzburger Bettellobby. SN/rbb;srf;mdr
Kritik an einer Tatort-Folge kommt von der Salzburger Bettellobby.

"Wir verurteilen die Diffamierung von bettelnden Menschen!" Mit diesen Worten beginnt ein Offener Brief der Bettellobbies Österreich an den Bayrischen Rundfunk. Die Aktivisten, darunter auch Vertreter der Bettellobby Salzburg, kritisieren den Tatort mit dem Titel "Klingelingeling", der am 26. Dezember 2016 im deutschen Fernsehen zu sehen war. Geschätzte 20 Mal sei in dem Film das Worte "Bettelmafia" verwendet worden. Die gesamte Darstellung lasse keinen Zweifel daran, dass eine solche existiere. Dabei gebe es keinen einzigen bewiesenen Fall mit gerichtlichem Urteil, in dem mafiöse Strukturen durch sogenannte Hintermänner nachgewiesen wurden, heißt es in dem Brief weiter.

"Das Beste ist, den Bettlerinnen kein Geld zu geben"


Dieser "Tatort" trage somit nicht zur individuellen Meinungsbildung bei, der die ARD als öffentlich rechtlicher Sender verpflichtet sei. Sauer stößt der Bettellobby auch auf, dass der Schauspieler Udo Wachtveitl in seiner Rolle den Hinweise gebe: "Das Beste ist, den Bettlerinnen kein Geld zu geben." Die Bettellobby wünscht sich darum nun eine Klarstellung der Tatsachen. "Das könnte zum Beispiel über einen ausführlichen Bericht vor oder nach der nächsten Tatort-Ausstrahlung passieren, indem auch Bettler selbst zu Wort kommen." Wichtig wäre, dass die Klarstellung auch fast sieben Millionen Zuschauer erreicht, so wie die Tatort-Folge."


Quelle: SN

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