Chronik

Bewaffneter Überfall auf Pongauer Spiellokal: Zwei Georgier vor Gericht

Duo erbeutete laut Anklage bei bewaffnetem Raub rund 10.000 Euro. Den Männern wurden zudem Einbruchsdiebstähle vorgeworfen. Beide beteurten im Prozess ihre Unschuld.

Symbolbild.  SN/APA/BARBARA GINDL
Symbolbild.

Wegen eines bewaffneten Raubüberfalls auf ein Spiellokal am 28. Juli 2017 in St. Johann im Pongau mit rund 10.000 Euro Beute sind am Freitag zwei Männer im Alter von 40 und 39 Jahren in Salzburg vor Gericht gestanden. Bei dem Überfall wurde eine 35-jährige Angestellte bedroht und gefesselt. Die angeklagten Georgier, denen auch Einbruchsdiebstähle angelastet wurde, beteuerten ihre Unschuld.

Zwei maskierte Täter hatten die Mitarbeiterin des Spiellokals mit einer Pistole und einem Elektroschocker bedroht und Bargeld gefordert. Da die Frau beteuerte, keinen Schlüssel zum Tresor zu haben, verließen die Männer das Lokal und kamen kurz darauf mit einem Hammer zurück. Sie wollten den Tresor aus den Wand schlagen, was ihnen nicht gelang.

Daraufhin durchsuchten die Räuber die Räumlichkeiten und stahlen aus einer Kasse sowie der Geldbörse der Angestellten Bargeld. Sie fesselten die 35-Jährige an Händen und Füßen und machten sich aus dem Staub. Das unverletzte Opfer konnte sich wenig später selbst befreien und Passanten vor dem Lokal um Hilfe bitten.

Die zwei Angeklagten sind offenbar Brüder, die zuletzt im Pongau wohnten. Sie zeigten sich bei dem Prozess am Landesgericht Salzburg zu allen Vorwürfen nicht geständig. Nach dem Überfall auf das Spiellokal, an dem sich noch zwei weitere, unbekannte Täter beteiligten, wurde allerdings die DNA des bisher unbescholtenen 39-Jährigen auf einem Klebeband sichergestellt. Sein Verteidiger sagte, der Beschuldigte sei zur Tatzeit mit seiner Familie "Tausende Kilometer entfernt" im Ausland gewesen.

Der sechs Mal vorbestrafte 40-Jährige wurde durch die Angaben seiner Ex-Lebensgefährtin belastet. Sie erzählte der Polizei, dass er bei dem Spiellokal-Überfall mit einem Sohn im Auto nahe der Polizeiinspektion Schmiere gestanden sei, um die Komplizen zu warnen, falls die Beamten von dem Coup Wind bekämen. Sein Verteidiger erklärte, es seien weder Spuren des Angeklagten sichergestellt noch Einbruchswerkzeuge bei ihm gefunden worden.

Staatsanwalt Michael Schindlauer hatte den Georgiern auch Einbruchsdiebstähle Ende Mai 2018 in einer Wohnung in Kaprun sowie im Juli 2018 in einer Hartlauer-Filiale in Graz vorgeworfen. Der Wert des Diebesgut betrug jeweils über 5.000 Euro. Der 40-Jährige soll im November 2017 bei einem Einbruch in einer Metzgerei in Zell am See einen Tresor mit rund 14.000 Euro und im Dezember 2017 bei einem weiteren Einbruchsdiebstahl in Kaprun Preziosen und Geld im Wert von 17.000 Euro gestohlen haben.

Zudem wurde dem 40-Jährigen "fortgesetzte Gewaltausübung" im Zeitraum von Mitte 2016 bis August 2018 und "schwere Nötigung" vorgeworfen. Laut Anklage hat er seine damalige Lebensgefährtin und seine vier minderjährigen Kinder geschlagen. Seiner Partnerin soll er ein Messer an den Hals gesetzt und ihr unter Drohungen abgeraten haben, zur Polizei zu gehen.

Der ältere der beiden Beschuldigten bestritt auch diese Vorwürfe vor der Vorsitzenden des Schöffensenates, Richterin Barbara Peschka. Seine Ex-Freundin habe psychische Probleme und wolle jetzt sein Leben ruinieren, meinte der Mann. Er habe sich liebevoll um seine Familie gekümmert, die Schwester der Partnerin habe sie gegen ihn aufgehetzt. Die ehemalige Lebensgefährtin des 40-Jährigen erstattete schließlich Anzeige bei der Polizei. Die beiden Georgier wurden in Untersuchungshaft genommen.

Der Prozess wurde am späten Freitagnachmittag zur Vernehmung weitere Zeugen auf den 27. Mai vertagt.

Quelle: APA

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